Aus 40 Handys lässt sich so viel Gold gewinnen wie aus einer ganzen Tonne Erz. Das und weitere interessante Fakten gab es bei einem Pressegespräch der Fachvereinigung Edelmetalle in Pforzheim zu erfahren.

Franz-Josef Kron, Stellvertretender Vorsitzender Arbeitsausschuss Edelmetallwirtschaft, Vorstandsvorsitzender/CEO, Agosi – Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG, Pforzheim, beschreibt die Entwicklung der Branche im Jahr 2019 als ungleichmäßig. So stellt der Rückgang der industriellen Produktion gerade im Bereich Automotive durch den Übergang zur Elektromobilität auch die Edelmetallindustrie vor neue Herausforderungen.

Nur rund ein Drittel des Goldes aus Recycling

Recycling hat mit 25-30% einen großen Anteil an der weltweiten Goldversorgung. Bei Silber sind es 17%. „Aus 40 aussortierten Handys lässt sich ungefähr so viel Gold recyceln wie aus einer Tonne Erz gewonnen werden kann. Eine Tonne alter Computer-Platinen ergibt über 100 Gramm des kostbaren Edelmetalls“ erklärt Kron. Die Rückgewinnung von Gold erfüllt die Voraussetzungen internationaler Initiativen und Compliance-Regeln voll. Kron ergänzt, „dass die Ende 2019 veröffentlichten Ergebnisse einer Untersuchung des INEC – Institut für Industrial Ecology an der Hochschule Pforzheim belegen, dass das Gold-Recycling der klimafreundlichste Weg zur wirtschaftlichen Gewinnung von Gold ist.“

Silber besser nachgefragt

„Ungefähr 60% des Bedarfes an Silber gehen auf industrielle Anwendungen zurück, und das weltweit“, so Kron. Ein Interimsreport des Silberinstitutes vermerkt für Silber in 2019 insgesamt einen stabilen bis leicht steigenden Verbrauch. In der Industrie bleibt der Verbrauch von Silber trotz schwächerer Automobilmärkte stabil. Grund dafür sind steigende Einsatzmengen pro Fahrzeug und eine regionale Ausweitung der Photovoltaik. Investment Münzen und Barren verzeichnen für 2019 weltweit einen Zuwachs von 7%. Haupttreiber ist hier der US-amerikanische Markt.

Platinmetalle im Wandel

Kron führt aus, dass die Platingruppenmetalle (Platin, Palladium, Rhodium, Ruthenium, Osmium, Iridium) als Technologiemetalle, weiterhin an Bedeutung gewinnen. „Der Bedarf in 2019 ist weiter gestiegen, vor allem für Autoabgaskatalysatoren, Brennstoffzellen und in der Elektronik. Der Trend weg von Diesel- hin zu Benzinmotoren hat die Nachfrage nach Palladium und Rhodium nochmal deutlich erhöht“, erklärt er. Preissteigerungen von bis zu 250% und sehr hohe, teilweise extrem schwankende Finanzierungsraten sind die Folge. Sie zwingen die Hersteller zum sparsamen Umgang mit der knappen Ressource. Auch der Preis von Platin ist, nach gesunkenen Preisen im vergangenen Jahr, wieder angestiegen.

 

Von fil

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