Bosch und BASF gründen Joint-Venture für Smart-Farming

Das 50:50-Joint-Venture (JV) von Bosch und BASF Digital Farming, mit dem künftig weltweit Smart-Farming-Technologien aus einer Hand vermarktet und vertrieben werden sollen, hat die Zustimmung aller relevanten Kartellbehörden erhalten. Das JV wurde als Bosch BASF Smart Farming (BBSF) GmbH eingetragen.

Ein wichtiger Meilenstein ist nun erreicht: BBSF hat die erfahrenen Geschäftsführer Silvia Cifre Wibrow von BASF und Florian Gwosdz von Bosch mit der gemeinsamen Leitung des Unternehmens beauftragt und den Hauptsitz in Köln eingerichtet. Das Unternehmen wird seine Smart-Spraying-Lösung, die Bosch und BASF zusammen entwickeln und testen, zunächst in Nordamerika, Südamerika und Europa vertreiben. Intelligent Planting Solution (IPS) ist bereits in Brasilien und Argentinien kommerziell verfügbar. Die Lösung wird in der nahen Zukunft um die digitale agronomische Intelligenz der digitalen xarvio™ Plattform ergänzt, um feldzonenspezifische Empfehlungen für die Ausbringung von Saatgut in Brasilien zu optimieren.

Smarte Konfiguration für mehr Effizienz

Die Smart-Spraying-Lösung ermöglicht das automatisierte Erkennen und Kontrollieren von Unkräutern in Echtzeit, sowohl vor („Grün-auf-Braun“) als auch nach („Grün-auf-Grün“) dem Auflaufen der Saat – und das bei Tag und Nacht. Durch die Kombination der Hightech-Kamerasensorik und Software von Bosch mit der agronomischen Entscheidungshilfe (Agronomic Decision Engine, ADE) von xarvio™ kann das System in Millisekunden Unkräuter zwischen den Nutzpflanzen präzise erkennen und entscheiden, ob eine Ausbringung von Herbiziden notwendig ist. Dank dieser intelligenten Konfiguration unterstützt Smart Spraying einen wesentlich effizienteren Einsatz von Herbiziden. Feldversuche haben gezeigt, dass Herbizideinsparungen von bis zu 70 % möglich sind. Abhängig von den vorherrschenden Bedingungen und dem Unkrautdruck auf den einzelnen Feldern können sogar noch höhere Einsparungen erreicht werden.

Unterstützung von Nachhaltigkeit und Biodiversität

„Mit der kartellrechtlichen Genehmigung haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Zudem haben wir in den vergangenen Monaten weitere erhebliche Fortschritte gemacht. Wir haben das neue Unternehmen gemeinsam gegründet und das Team aufgebaut. Darüber hinaus haben wir unsere Produkte mit unseren Herstellern erfolgreich unter verschiedenen klimatischen Bedingungen getestet“, so Florian Gwosdz, Geschäftsführer von Bosch BASF Smart Farming. „Unsere Smart-Spraying-Lösung liefert weiterhin beständig positive Testergebnisse, was deutlich zeigt, dass unsere Kombination aus Hardware, Software und innovativer agronomischer Logik funktioniert.“

“Gezielte Bekämpfung ist gut für die Umwelt”

„Mit Smart Spraying bringen wir eine innovative digitale Lösung und einen neuen Ansatz zur Kontrolle von Unkräutern auf den Markt: Ein Modell zur Mengenoptimierung sorgt für einen präziseren und effizienteren Einsatz von Herbiziden und steigert damit die Profitabilität von landwirtschaftlichen Betrieben “, sagt Silvia Cifre Wibrow, Geschäftsführerin von Bosch BASF Smart Farming. „Die Fähigkeit der Smart-Spraying-Lösung, Unkräuter zu erkennen und zu entscheiden, ob Herbizide aufgebracht werden müssen und diese zu spritzen, ist einzigartig. So werden Unkräuter nur dort bekämpft, wo sie Nutzpflanzen schaden können. Das ist gut für die Umwelt und bietet Landwirten finanzielle Vorteile.“

Bosch BASF Smart Farming plant die Smart-Spraying-Lösung bis Ende dieses Jahres in begrenzten Stückzahlen auf den Markt zu bringen.

Bild oben: Die Smart Spraying-Lösung ermöglicht eine automatische Unkrauterkennung und -bekämpfung nach Pflanzenaufgang (“Grün-auf-Grün”) in Echtzeit. Foto: Bosch