Die DUH erklärt, Einweg-Plastikflaschen aus 100 % Rezyklat seien Showprodukte, weil sie nur einen geringen Marktanteil haben und einen geschlossenen Materialkreislauf nur vortäuschen würden. Mehrweg und Recycling sei umweltfreundlicher als Einweg und Recycling. Bei jedem Recyclingvorgang gehe außerdem Material verloren.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert groß angelegte Kampagnen von Lidl, Danone und Pepsi zu Einweg-Plastikflaschen aus 100 % Rezyklat als Greenwashing. Selbst wenn Einweg-Plastikflaschen vollständig aus Rezyklat bestehen, seien sie nicht als ökologisch gleichwertig mit regionalen Mehrwegflaschen einzuschätzen. Da auch Mehrwegflaschen nach ihrem langen Produktleben recycelt werden, ist Mehrweg und Recycling umweltfreundlicher als Einweg und Recycling.

Zudem werden Einweg-Plastikflaschen nicht in einem geschlossenen Materialkreislauf geführt und schaden der Umwelt. Bei jedem Recyclingvorgang von Kunststoff geht Material verloren. Der größte Teil der Einweg-Plastikflaschen geht in andere Anwendungsbereiche, wo unklar ist, was mit dem Material nach der Nutzungsphase passiert. Gemäß einer aktuellen Studie der Kunststoffindustrie werden 70 % der Einweg-Plastikflaschen in Deutschland aus fossil basiertem Neumaterial hergestellt.

„Plastikflut als Umweltschutz verkaufen ist dreist“

„Pro Jahr werden in Deutschland 16,4 Milliarden Einweg-Plastikflaschen hergestellt. 70 % dieser Flaschen werden aus fossil basiertem Neumaterial hergestellt und heizen den Klimawandel an. Dass einwegorientierte Konzerne wie Lidl, Danone und Pepsi nun versuchen, mit Imagekampagnen diese Plastikflut als Umweltschutz zu verkaufen, ist besonders dreist. Die Kampagnen sind verzweifelte Versuche von Einwegabfüllern, der kritischen Auseinandersetzung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher mit den Umweltauswirkungen von Plastikmüll irgendetwas entgegenzusetzen. Die suggerierten geschlossenen Materialkreisläufe und vereinzelte Showprodukte täuschen nicht darüber hinweg, dass Einweg-Plastikflaschen klimaschädliche Verpackungen sind. Die Lösung der Plastikmüllkrise kann nicht noch mehr Einweg-Plastik sein! Wer eine klimafreundliche Kaufentscheidung treffen möchte, sollte Mehrwegflaschen nutzen“, so Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Nur in wenigen Flaggschiffprodukten setzen einwegorientierte Getränkehersteller 100 % Rezyklate ein. In den restlichen Plastikflaschen werden nur geringe oder gar keine Rezyklate eingesetzt. Der Durchschnittswert liegt lediglich bei 30 % und ist im Vergleich zu Glas-Mehrwegflaschen gering. Für die Produktion von Weißglasflaschen werden durchschnittlich 63 % und für Grünglas 80 % Altglasscherben eingesetzt

„Auch das Recycling von Einweg-Plastikflaschen benötigt viel Energie und hat Umweltauswirkungen. Je nach Recyclingverfahren muss der Kunststoff mehrmals gewaschen, mit Chemikalien behandelt oder umgeschmolzen werden. Deshalb ist es besser, eine hergestellte Verpackung so häufig wie möglich wiederzuverwenden anstatt sie für jede Anwendung neu zu produzieren. Das ist nur bei Mehrweg der Fall“, erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Mehrweg ist meistens dezentral

Bei den Recyclingprozessen von Einweg-Plastikflaschen gehen erhebliche Mengen Material verloren. Beim eigentlichen Recyclingvorgang können die Verluste leicht bis zu 5 % betragen. Bei den Prozessschritten der Brikettauflösung, Zerkleinerung, bei Separationsvorgängen, der Vorreinigung, dem Laugen- und Säurebad, der Heißwäsche, Trocknung, Extrusion, und Nachkondensation gehen Kunststoffteile verloren, die sich in der Gesamtbetrachtung auf größere Mengen aufsummieren. Der Einsatz von Recyclingmaterial für PET-Einwegflaschen ändert zudem nichts an den unökologischen Distributionsstrukturen im Einwegbereich. Diese sind zentralisiert mit einem bundesweiten Vertrieb und erfolgen somit über tendenziell lange Transportdistanzen. Im Mehrwegbereich gibt es 1.800 Abfüller, die ihre Produkte ganz überwiegend regional distribuieren.

Von fil

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