3D-Druckmaterial aus recyceltem PET

Covestro macht recyceltes PET aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen als Material für den 3D-Druck verfügbar. Entwickelt wurde die Neuheit von der akquirierten Resins & Functional Materials von DSM. Laut Covestro stellt es eine Alternative zu neuen Rohstoffen dar, um den Kohlenstoff-Fußabdruck zu reduzieren. Das glasfasergefüllte Material, eignet sich für Hochleistungs- und Strukturanwendungen mittels 3D-Granulatdruck (FGF).

Der Werkstoffhersteller Covestro stellt sein erstes Produkt vor, das von dem kürzlich von DSM übernommenen Geschäftsbereich Additive Manufacturing entwickelt wurde: ein mit Glasfasern gefülltes recyceltes Polyethylenterephthalat (rPET) für den 3D-Granulatdruck. Das aus PET-Abfällen hergestellte Arnite® AM2001 GF (G) rPET passt aus Sicht der Leverkusener perfekt zur Covestro-Vision der Kreislaufwirtschaft und verdeutlicht, wie gut sich beide Unternehmen bei ihrem Anspruch ergänzen, der additiven Fertigung und der industriellen Produktion insgesamt mehr Bedeutung zu verleihen.

Das mit Glasfasern gefüllte Granulat bringt strukturelle Leistung in ein Bauteil bei einem deutlich geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck als Neuware. Hersteller können nun ihre Lieferkette zirkulärer gestalten, ohne Kompromisse bei der Leistung eingehen zu müssen.

Mehr Nachhaltigkeit, weniger Kosten

Das recycelte PET wurde für den 3D-Granulatdruck optimiert. Diese Technologie, auch bekannt als Fused Granulate Fabrication (FGF), ermöglicht eine schnelle und wirtschaftliche additive Fertigung von großformatigen Teilen. Der direkte Druck von Anwendungen senkt die Kosten, indem er die Produktentwicklungszeit reduziert. Außerdem ermöglicht er eine flexible Gestaltung, was zu einer Reduzierung der Materialkosten beitragen kann. Der 3D-Druck ist in sich bereits eine nachhaltigere Produktionsmethode, da nur das benötigte Material verwendet wird. Indem Covestro auch den Werkstoff selbst nachhaltiger macht, unterstützt es Hersteller beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft.

Arnite® AM2001 (G) rPET eignet sich aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften und seines breiten Verarbeitungsfensters ideal für strukturelle Anwendungen in einer Vielzahl von Branchen, darunter Fußgängerbrücken, Fliesen für Radfahrer- oder Fußgängertunnel, architektonische Anwendungen wie Verkleidungen oder Trennwände, Möbel für den Innen- und Außenbereich, kleine Boote, Verpackungskisten oder Werkzeugbau.

Hugo Da Silva, globaler Leiter Additive Fertigung beim vormaligen Resins & Functional Materials Geschäft von DSM, kommentierte: “Die Einführung dieses Hochleistungswerkstoffs für den 3D-Granulatdruck ist ein wichtiger Schritt zur Schaffung zirkulärer Lieferketten. Da PET-Verpackungen mehr als 50 Prozent des gesamten Kunststoffabfalls ausmachen, bietet die Verlängerung ihrer Lebensdauer durch die Wiederverwendung als Ausgangsmaterial eine breit verfügbare Alternative zu neuen Rohstoffen – ohne Kompromisse bei der Leistung oder den Gesamtbetriebskosten eingehen zu müssen.”

Patrick Rosso, globaler Leiter Additive Fertigung bei Covestro, fügte hinzu: “Wir freuen uns über die Einführung dieses zirkulären Materials, das von unseren neuen Kolleginnen und Kollegen entwickelt wurde. Es passt perfekt zur Vision einer Kreislaufwirtschaft bei Covestro. Dieses Produkt ist der beste Beweis für die gemeinsamen Ambitionen beider Teams, dass ein stärkerer Materialpartner dazu beitragen kann, die industrielle additive Fertigung voranzutreiben.”

Bild oben: Covestro stellt sein erstes Produkt für den 3D-Druck vor, das vom kürzlich von DSM erworbenen Geschäftsbereich Additive Manufacturing entwickelt wurde: ein glasfasergefülltes, recyceltes Polyethylen-Terephthalat. Daraus können zum Beispiel Möbel wie dieser Stuhl hergestellt werden, der von Michiel van der Kley gestaltet wurde. Foto: Covestro