Alpla will bis 2025 jährlich 50 Mio Euro in Recycling investieren

Die ALPLA Group investiert bis 2025 jährlich durchschnittlich 50 Millionen Euro in den weiteren Ausbau der Recyclingaktivitäten. Geplant ist vor allem die Internationalisierung der Maßnahmen für hochqualitative Rezyklate, um Wertstoffkreisläufe in möglichst vielen Regionen zu schließen.

Im Oktober 2018 unterzeichnete ALPLA Group das Global Commitment der New Plastics Economy, eine Initiative der Ellen MacArthur Foundation. Damit verpflichtete sich der international tätige Verpackungs- und Recyclingspezialist zu ambitionierten Zielen: vollständige Recyclingfähigkeit von Verpackungen, mindestens 25 Prozent Anteil von Recyclingmaterial in den produzierten Verpackungen und insgesamt 50 Millionen Euro für den Ausbau der Recyclingaktivitäten bis 2025. Nun erhöht ALPLA dieses Investitionsziel deutlich. Ab 2021 werden jedes Jahr durchschnittlich 50 Millionen Euro ausschließlich für Recycling zur Verfügung stehen.

Bis 2025 investiert ALPLA Group jedes Jahr durchschnittlich 50 Millionen Euro in den Ausbau und die Internationalisierung der Recyclingaktivitäten. Foto: ALPLA

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren viel bewegt und waren sehr aktiv im Recycling. Unter anderem in Asien, Europa und Zentralamerika konnten wir Bottle-to-Bottle-Projekte auf den Weg bringen. Dennoch sehen wir weiterhin wachsenden Bedarf seitens unserer Kunden, und das weltweit“, erklärt Georg Lässer, Head of Corporate Recycling bei ALPLA. Diese steigende und internationale Nachfrage verleihe ALPLA die Möglichkeit, weitere Investitionsprojekte anzuschieben, so Lässer. Günther Lehner, Chairman of Company Advisory Board, betont, dass man sich insbesondere auf hochqualitative Anwendungsbereiche in neuen Regionen konzentrieren werde: „Derzeit geht noch zu viel Material ins Downcycling. Unser Ziel ist aber ein Kreislauf von Flasche zu Flasche – auch in Regionen, in denen die Verwertung von Abfällen derzeit keine große Rolle spielt.“

Ein Ausblick – weltweite Vorbildwirkung

Langfristige Entwicklungsmöglichkeiten sieht Georg Lässer in Ländern außerhalb Europas mit nur rudimentär ausgebauter Infrastruktur: „Kunden fragen uns weltweit nach Verpackungen mit Recyclinganteil, mittlerweile auch in Afrika, dem Mittleren Osten sowie Südostasien, China und Indien.“ Zu Europa sagt der Experte: „Dieser Markt ist mittlerweile stark umkämpft. Durch eigene Werke und Kooperationen haben wir in Westeuropa schon frühzeitig eine gute Marktposition erlangt, die wir auch noch ausbauen wollen.“ Günther Lehner ergänzt: „Unsere Werke in Österreich und Polen haben Pionierarbeit geleistet. Wir beweisen Wirtschaft und Gesellschaft tagtäglich, dass gebrauchte Verpackungen einen Wert haben und Recyclingwirtschaft großes Potenzial hat. Dieses Verständnis wollen wir in weiteren Ländern stärken.“

Hinsichtlich Technologien setzt ALPLA weiterhin vorrangig auf mechanisches Recycling. Hier gibt es jahrelange Erfahrung, funktionierende Partnerschaften mit Zulieferern und auch die Qualität des Rezyklats entspricht den hohen Anforderungen. Lässer dazu: „Chemisches Recycling sehen wir als Ergänzung zum mechanischen Recycling, aber hier braucht es noch Entwicklungsarbeit. Wir engagieren uns bereits in internen und externen Forschungsprojekten. Denn langfristig gesehen wird auch daran kein Weg vorbeiführen, wenn man die ambitionierten gesetzlichen Recyclingquoten erfüllen will.“

Ein Rückblick – bedeutende Meilensteine

Mitte 2019 informierte ALPLA über eine Kooperation mit PTT Global Chemical und den geplanten Bau eines Recyclingwerks in Thailand. Die Produktion wird Anfang 2022 starten, sowohl PET als auch PE werden im Betrieb in der Region Rayong recycelt werden. Ein weiterer Meilenstein war im November 2019 der Kauf von zwei HDPE-Recyclingwerken in Spanien. Diesen Einstieg in das HDPE-Recycling setzt ALPLA mit dem Bau eines Werks in Toluca (Mexiko) fort. Es soll noch im Herbst 2021 mit der Produktion von jährlich 15.000 Tonnen rHDPE beginnen.

Die bestehenden Werke in Österreich und Polen hat ALPLA ebenfalls weiterentwickelt. In Wöllersdorf wurde in eine neue Flakes-Sortierung investiert sowie die Voraussetzungen für Nischenprodukte im PE-Bereich geschaffen. In Radomsko erweiterte eine neue Extrusionsanlage die Kapazität auf 30.000 Tonnen rPET jährlich. Und auch die Kooperation mit Texplast in Deutschland wurde mit dem Joint Venture PET Recycling Team Wolfen zur Verwertung von PET aus dem Gelben Sack auf eine neue Basis gestellt. Erst kürzlich informierte ALPLA über die Installation einer rPET-Extrusionsanlage in einem eigenen Preform-Werk in Italien. Insgesamt beläuft sich die jährliche Kapazität der ALPLA Recyclingunternehmen sowie Joint Ventures und Kooperationen auf rund 130.000 Tonnen für PET und 60.000 Tonnen für PE.

Bild ganz oben: Günther Lehner, Chairman of Company Advisory Board der ALPLA Group. Foto: ALPLA