Warum Max Lang die Kunststoffbranche mitgestalten will. Kunststoff und Klimaschutz gelten vielen als unvereinbar. Für Max Lang war das kein Grund, sich abzuwenden – im Gegenteil. Der junge Wirtschaftsingenieur kam über ein Praxissemester in die Branche, entwickelte eine Kampagne gegen gängige Vorurteile und arbeitet heute als Werkstudent beim Kunststoffverband TecPart. Sein Ziel ist es, die Perspektive zu verändern und eine neue Generation für nachhaltige Lösungen zu gewinnen.

„Ich bin da reingeraten“, sagt Max Lang augenzwinkernd über seinen Einstieg in die Kunststoffindustrie. Während eines Praxissemesters bei BMW kam er erstmals mit dem Werkstoff in Berührung. Die Masterarbeit schrieb er schließlich im Bereich Elastomere – und blieb. Was viele seiner Altersgenossen kritisch sehen, war für ihn eine Herausforderung. „Ohne Kunststoffe wäre das Leben, wie wir es kennen, nicht denkbar“, sagt er. Diese Erkenntnis wurde zur Triebfeder für ein ungewöhnliches Projekt.

Kampagne mit Haltung

Auf der Fachmesse „Solids & Recycling“ nahm Lang an einem 48-Stunden-Hackathon teil. Die Aufgabe: Die Kunststoffbranche für junge Menschen attraktiver machen. Gemeinsam mit einem spontan zusammengesetzten Team entwickelte er eine Social-Media-Kampagne, die zeigen sollte, dass Kunststoff nicht gleich Umweltverschmutzung bedeutet.

„Das war unsere Motivation – über Social Media ein anderes Mindset zu erzeugen. Nicht jeder, der in der Kunststoffbranche arbeitet, ist Umweltverschmutzer. Im Gegenteil, man kann dort aktiv zur Lösung beitragen“, so Lang. Das Team produzierte erste Reels und Kurzvideos, erstellte eine Instagram- und LinkedIn-Seite und konzipierte eine Webseite, die nicht nur über Kunststofftechnik informiert, sondern auch gezielt Stellenangebote vermittelt. Bewerberinnen und Bewerber sollten mit einem Klick Lebenslauf und Profil hochladen können, Unternehmen und Hochschulen passende Angebote präsentieren. „Die Webseite war ein Prototyp, aber die Idee stand. Wir hatten nach einem Tag schon über tausend Klicks auf das erste Video. Das hat gezeigt, wie viel Potenzial da ist.“

Einstieg in die Verbandsarbeit

Seitdem ist viel passiert. Lang arbeitet heute bei TecPart, einem Industrienetzwerk für Kunststoffverarbeitung. Auch wenn er erst am Anfang steht, sieht er in der Verbandsarbeit eine zentrale Schnittstelle: „Es geht darum, Leute zusammenzubringen, die am gleichen Ziel arbeiten. Ob Sammlung, Recycling oder Verarbeitung – viele haben gute Ideen, aber sie müssen koordiniert werden. Da kann ein Verband helfen.“

Für ihn ist es ein logischer Schritt. Statt Einzelkämpfer zu bleiben, sollen Akteure entlang der Wertschöpfungskette besser zusammenarbeiten. „Wir brauchen ein Miteinander, kein Gegeneinander. Alle versuchen, Kunststoffe nachhaltiger zu gestalten. Das geht nur gemeinsam.“

Eindrücke von der ersten K-Messe

Der TecPart Award war ein Highlight des diesjährigen Auftritts von TecPart auf der K. Foto: Circular Technology

Auf der K-Messe war Max Lang zum ersten Mal. Sein Eindruck nach wenigen Tagen ist durchweg positiv. „Mir wird hier überall mit offenen Armen begegnet“, sagt er. Die Branche zeige sich aufgeschlossen, auch gegenüber Fachfremden. „Es gibt keine dummen Fragen. Jeder ist bereit, Wissen zu teilen.“

Diese Offenheit erlebte er bereits während seiner Masterarbeit – und nun erneut auf der Messe. „Ich habe die Branche als sehr familiär erlebt. Sobald man Interesse zeigt, wird man aufgenommen.“ Für jemanden wie ihn, der zwischen technischem Hintergrund und gesellschaftlicher Kommunikation vermittelt, scheint das der richtige Platz zu sein.

Bild ganz oben: Max Lang hat kürzlich bei Tec Part angeheuert und schätzt die technische Vielfalt der Kunststoffbranche sowie den offenen Umgang auf der K-Messe. Foto: Circular Technology

Von fil