Recycling von Metallen in Lithium-Ionen-Batterien

Stelco und Primobius unterzeichnen MoU für den Bau einer Anlage zur Rückgewinnung und zum Recycling von Metallen in Lithium-Ionen-Batterien.

Stelco plant Kooperationen mit verschiedenen großen Automobil­herstellern im Bereich Recycling von Altautos und der Rück­gewinnung von Wertstoffen, die in den Produktionskreislauf zurück­geführt oder auf dem Markt verkauft werden sollen. Innerhalb dieser Wertschöpfungskette nimmt das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen einen zunehmend höheren Stellen­wert ein. Hierzu beabsichtigt Stelco die Zusammenarbeit mit einem Partner, der über das technische und Prozess-Know-How eines Anlagenbauers verfügt, um auf dieser Basis als Teil eines breiter angelegten Automobilrecyclings in Nordamerika einen Recycling­betrieb für Batterien zu gründen. Das Primobius-Verfahren ermöglicht hierfür ein nachhaltiges Recycling im industriellen Maßstab, über das der CO2-Fußabdruck sowohl von Automobilbauern als auch von Batteriezellenherstellern deutlich verringert werden kann.

Das MoU bildet den Rahmen für eine zukünftige Gründung eines LIB-Recycling-Joint-Ventures in Nordamerika mit einer 50:50-Beteiligung von Primobius und Stelco. Darin ist vorgesehen, dass Primobius die hierfür notwendige Recyclinganlage liefert, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem geplanten Automobilrecycling-Betrieb errichtet werden soll. Die JV-Partner sollen die Investitionskosten jeweils zur Hälfte tragen. Die Erträge sollen zwischen den beiden Partnern zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.

Mit der Unterzeichnung des MoU erklären sich Primobius und Stelco zum gegenseitigen Informationsaustausch, zu einer Due-Diligence-Prüfung und einer langfristig angelegten Geschäftsbeziehung bereit. Die Erklärung sieht die mögliche Gründung eines 50:50-Joint-Venture-Unternehmens zum Recycling von Batteriezellen aus in Nordamerika anfallenden Altautos vor.

Das JV sieht vor, dass Primobius zunächst eine Recyclinganlage mit einer nominalen Jahreskapazität von 20.000 Tonnen Batteriezellen errichtet, während Stelco die Voraussetzungen für die Zufuhr der notwendigen Batteriezellen schafft. Gleichzeitig sollen Planungen für eine Kapazitätserweiterung vorangetrieben werden, um in Zukunft auf ein möglicherweise stark wachsendes Batterieaufkommen reagieren zu können.

Nach erfolgreich abgeschlossenen Tests auf der Primobius-Demonstrationsanlage am SMS-group-Standort in Hilchenbach soll eine baugleiche Anlage geliefert werden. Die Demonstrationsanlage wird aktuell in Hilchenbach in einer eigens dafür vorgesehen Halle errichtet.

Dieses MoU mit dem kanadischen Unternehmen Stelco bildet nicht nur eine weitere Bestätigung und wertvolle Partnerschaft für Primobius im Recyclingmarkt, sondern ist auch das erste Projekt, das gezielt auf End-of-Life-Batterien aus dem Elektrofahrzeugsektor aus­gerichtet ist. Außerdem ist es für Primobius die erste Geschäfts­beziehung in Nordamerika, wo sich gleich fünf große Produktions­stätten für Batterien befinden. Innerhalb dieser Kreislaufwirtschaft bietet Primobius ein energieeffizientes und flexibles Verfahren, das dazu beiträgt, dass Nachhaltigkeitsziele eingehalten werden können. Denn mit dieser Technik werden hochreine Chemikalien zurück­gewonnen, die beim Bau der nächsten Generation von Lithium-Ionen-Batterien erneut zum Einsatz kommen können.

Primobius-Geschäftsführer Horst Krenn hierzu: „Der schnelle Fort­schritt in Richtung Kommerzialisierung der Technologie bestärkt uns darin, dass wir mit Primobius auf dem richtigen Weg sind. Die Zusammenarbeit mit Stelco ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für Primobius, der zudem den Eintritt in den nordamerikanischen Markt darstellt. Die Tatsache, dass wir zunehmendes Interesse für unsere Recyclingtechnologie im Markt wecken, zeigt, welchen Status unser Projekt mittlerweile hat, und ist ein Beweis für die Skalierbarkeit unserer Recyclinglösung für den industriellen Einsatz.“

Bild oben: Stelco und Primobius unterzeichnen MoU für den Bau einer Anlage zur Rückgewinnung und zum Recycling von Metallen in Lithium-Ionen-Batterien.Foto: 2020 Herr Loeffler/Shutterstock