Bei der ITAD & Circular Electronics Expo in Frankfurt ging es um gebrauchte IT, Datenlöschung und Wiedervermarktung. Der Messeverbund mit E-Waste World Expo, Battery Recycling Expo und Metal Recycling Expo rückte zugleich Batterien, PV-Module, Black Mass und Metallfraktionen in den Blick.

Ein Firmenlaptop verlässt den Betrieb selten als einfacher Rohstoffträger. Auf der Festplatte können Kundendaten liegen, im Gehäuse steckt ein Akku, auf dem Gebrauchtmarkt zählt jeder Monat. Zwischen Rücknahme und Recycling liegt deshalb ein Abschnitt, der oft über den Restwert entscheidet: Erfassen, prüfen, löschen, dokumentieren.

Das vielfältige Konferenzprogramm wurde gut von den Besuchern angenommen. Foto: Circular Technology

Die ITAD & Circular Electronics Expo setzte genau dort an. Im Konferenzprogramm standen globale Standards zur Datensanitisierung mit ADISA, BitRaser, Extreme Protocol Solutions und Blancco. ADISA verwies außerdem auf neue Schulungen zur Datenlöschung. Extreme Protocol Solutions stellte eine Lösung vor, die Datenlöschung, Diagnose, Re-Imaging und digitale Produktschlüssel in einem automatisierten Prozess verbindet. Für Refurbisher ist das kein Randbereich der IT-Sicherheit, sondern Teil der Warenaufbereitung: Ohne Nachweis zur Löschung bleibt ausgerechnet das werthaltige Gerät schwer verkäuflich.

Haftung kann überraschend kommen

Der Konflikt wurde an anderer Stelle noch schärfer gefasst. Eine Session behandelte den Fall, dass WEEE-Sammelströme auf Datenschutzpflichten wie die GDPR treffen. Recycler können damit Geräte übernehmen, deren Datenrisiko sie nicht verursacht haben. Die Agenda nannte dafür praktische Gegenmaßnahmen: Trennung datentragender Geräte, dokumentierte Übergabeketten und passende Zerstörungsmethoden. Jede dieser Maßnahmen schützt vor Haftung, kann aber den Materialfluss verlangsamen.

Auch das Recht auf Reparatur bekam in Frankfurt einen ITAD-Bezug. Auf dem Podium standen unter anderem Free ICT Europe, Fixfirst, Xermes und Kearney. Für die Wiedervermarktung entscheidet sich viel an Bauteilen, Ersatzteilen, Software und Diagnosezugang. Ein Gerät, das sich schnell prüfen und instand setzen lässt, bleibt Ware. Ein Gerät ohne Teileversorgung rutscht früher in die Zerlegung.

Innovatives Batterierecycling

In Frankfurt wurden zahlreiche Innovationen vorgestellt, wie diese Boxen für den sicheren Transport von Akkus. Foto: Circular Technology

Der Messeverbund öffnete den Blick auf die nächste Stufe. Bei der Battery Recycling Expo ging es um sichere Batterielogistik und Vorbehandlung. CEVA Logistics präsentierte Battery Reverse Logistics für End-of-Life-Batterien, beschädigte Batterien und Produktionsausschuss. No Canary zeigte eine mobile Deaktivierung von Batteriemodulen auf null Volt vor der mechanischen Behandlung. Genannt wurden ein Spannungsbereich bis 1000 Volt Gleichstrom, bis zu 100 Ampere Entladestrom und 42 Kilowatt Entladeleistung je Hauptkanal. Bei Black Mass verschob sich die Frage vom Sammeln zur Raffination. LiGenerate berichtete vom Bau einer kommerziellen Anlage zur Verarbeitung von Black Mass und kritisierte, dass europäische Batteriefraktionen häufig außerhalb Europas veredelt werden. Im Konferenzprogramm standen zudem Vorträge zu Nickelsulfat, Kobaltsulfat und Lithiumhydroxid in Batteriequalität sowie zu Preisentwicklungen bei Kobalt und zur Qualitätskontrolle von Black Mass.

PV-Module recyceln

Die E-Waste World Expo brachte weitere Materialströme hinzu. 2nd Cycle stellte eine automatisierte Linie für ausgediente siliziumbasierte PV-Module vor. Die Anlage umfasst unter anderem die Entfernung der Anschlussdose, Rahmentrennung und weitere Materialseparation. Ziel sind saubere Fraktionen wie Aluminium, Glas, Kabel und weitere Modulbestandteile. Im Programm tauchten außerdem WEEE-Kunststoffe mit bromierten Flammschutzmitteln, Flachbildschirme und Siliziumrückgewinnung auf.

Auf der Metal Recycling Expo ging es um die Qualität nach der Sortierung. DTE stellte Echtzeitinformationen zur Schmelze vor und benannte typische Folgen verzögerter Analytik: unnötige Legierungszugaben, höherer Energieverbrauch, schwankende Metallqualität, geringere Rückgewinnung und mehr Ausschuss.

Bild ganz oben: Diskussionen unter Fachleuten bestimmten das Messegeschehen. Foto: Circular Technology

Von fil

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