Auszeichnungen für die besten Startups der Kreislaufwirtschaft

Anlässlich des internationalen Weltrecyclingtages am 18. März 2021 haben der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V., die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V. (BDSV) und der Verband Deutscher Metallhändler e. V. (VDM) die besten Startups der Kreislaufwirtschaft ausgezeichnet.

Der Fokus des Wettbewerbs lag auf Startups im Bereich Recycling, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft. In der Eröffnungsrede hob BDE-Präsident Peter Kurth hervor, dass alle sieben Finalisten hervorragend veranschaulicht haben, wie innovativ die Kreislaufwirtschaft ist. In den letzten zehn Jahren wurden ca. 2.400 Startups im Bereich der Kreislaufwirtschaft gegründet, von denen am Donnerstag drei für ihre herausragenden Ideen prämiert wurden. „An jeder einzelnen Bewerbung wird deutlich, welche Kreativität und Ideenvielfalt hinter den Projekten steckt. Ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft viele innovative Ideen zum effektiven Recycling und zur Circular Economy erwarten dürfen, denn in unserem Wirtschaftszweig liegt ein enormes Potenzial für Nachhaltigkeit“, erklärte Kurth.

Die drei Gewinner 2021

Platz 1

The Fortunate Planet will mit ihrer Recycling-App Verbraucher auf leichte Weise – fast spielerisch – motivieren, ihren Abfall korrekt zu entsorgen und sie dafür belohnen. Mit ihrer Idee leistet sie einen massiven Beitrag für mehr Umweltschutz und eine bessere Kreislaufwirtschaft, denn werden Abfälle korrekt erfasst, kann eine optimale Verwertung und Widerverwertung erzielt werden. Weitere Inhalte sind eine Übersicht über Entsorgungsmöglichkeiten und jede Menge Infos rund um den Recyclingprozess. Als Belohnung fürs Mitmachen können Verbraucher Punkte und Gutscheine erhalten.
Schon in der Erprobung zeigte sich ein überragender Erfolg dieser App insbesondere in Schulklassen. Technisch besonders interessant ist die Skalierbarkeit. Die App startet zunächst in der Schweiz und Deutschland, kann aber in Zukunft weltweit in jedem Land zum Einsatz kommen und so den Recyclinggedanken weiterverbreiten.
„Mit ihrem Angebot setzen die Macher leicht zugänglich auf das Mitwirken der Verbraucher und stellen dabei die richtige Entsorgung in den Mittelpunkt. Die App zeigt, dass die Konsumenten eine wesentliche Rolle im Materialkreislauf einnehmen. Sie sind es, die mit der korrekten Entsorgung ihre Abfälle einen wichtigen Schritt zur Qualitätssicherung der Rezyklate leisten“, so Kurth.

Platz 2

Recycling Monitor ist ein digitaler Nachhaltigkeitsassistent. Die Software wurde aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Das gesamte System orientiert sich an üblichen Prozessen eines Entsorgers für Industrieabfälle. Die Software ermöglicht eine einfache und effiziente Organisation und Auswertung aller Abfallströme sowie die ideale Grundlage für eine gesetzeskonforme Dokumentation. Durch ein digital unterstütztes Abfallmanagement können Unternehmen ihren Arbeitsalltag besser strukturieren, Transparenz schaffen und eine zentrale Stelle für die Kommunikation mit Abfallerzeugern, Abfallverwertern, Sachverständigen, Gutachtern, Zertifizierern und Behörden einrichten.
Thomas Junker, BDSV-Hauptgeschäftsführer: „Mit ihrer innovativen Idee eines Nachhaltigkeitsassistenten, der Akteure der Kreislaufwirtschaft wertvolle Tipps gibt, um Ressourcen und die Umwelt zu schonen, deckt der Teilnehmer unseres Wettbewerbs alle ausgeschriebenen Kategorien ab: Digitalisierung, Metallrecycling und Kreislaufwirtschaft. Wir hoffen, dass das Projekt nicht nur im Metallrecycling Anwendung findet.“

Platz 3

PV2plus hat ein Verfahren entwickelt, welches die Substitution von Silber durch Kupfer bei der Solarzellenherstellung ermöglicht. Bei einer Substitution mit Kupfer könnte der globale Bedarf für die Solarzellenherstellung spielend allein mit dem in Deutschland recycelten Kupfer gedeckt werden. Weiterhin macht das Verfahren die Verwendung von einer Aluminium- anstatt einer Polymerschicht zur Maskierung möglich und sorgt so für ein vollständiges, qualitätserhaltendes Recycling der Maskierungsschicht.
VDM-Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz machte deutlich: „Produkte aus Metallen lassen sich besonders gut wiederaufbereiten. Deshalb finden wir es absolut erstklassig, dass PV2plus eine Möglichkeit gefunden hat, Werkstoffe wie Aluminium und Kupfer als kreislauffähige Substitute in solch einem komplexen Produkt unterzubringen. Das hilft der Kreislaufwirtschaft und der Energiewende.“
In den Abschlussworten hob BDSV-Hauptgeschäftsführer Junker die Wichtigkeit des Weltrecyclingtages hervor: „Unsere Branche war schon immer wichtig, aber in Zukunft werden wir noch an Bedeutung zulegen. Das Recycling und der Handel mit Recyclingrohstoffen halten unsere Welt am Laufen. Nur wenn Verbraucher, Recyclingwirtschaft und Industrie zusammenarbeiten, werden wir eine weltweit funktionierende Kreislaufwirtschaft aufbauen können.“

Weitere Teilnehmer des Wettbewerbes im Überblick:

Mit Smart Wood Solution lassen sich die Müllberge nutzen, um damit synthetisches Holz herzustellen. Somit können wir von beiden Seiten etwas dagegen tun und darüber hinaus Armut in Entwicklungsländern durch neue Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten reduzieren.

Plastic2Beans unterstützt, betreut und ermöglicht Projekte im Bereich Kunststoffrecycling in Äthiopien und exportiert fair gehandelten und Bio-zertifizierte Spezialitäten Kaffee für Zuhause oder Büros.

Ring Web Upcycle Solutions hat ein innovatives Altreifenentsorgungskonzept entwickelt. Die sogenannte Ring-Verwebungs-Technologie ist eine neuartige Entwicklung in der Webelehre, die auf einfachste Weise einen Quantensprung in der Altreifenentsorgungseffizienz ermöglicht.

Kreuder Öl Bindung hat ein einzigartiges patentiertes Ölbindemittel erfunden, welches aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt wird. Das Bindemittel ist schwimmfest, ungiftig besitzt hervorragende Absorptionsfähigkeiten. Das Bindemittel „saugt“ Öl und Altöl beispielsweise aus dem Seewasser auf und ist dementsprechend perfekt geeignet für den sofortigen Einsatz bei einer Ölkatastrophe.

Bild oben: Das Team von Fortunate Planet freut sich über die Auszeichnung. Foto: Fortunate Planet