Der Kunststoffhersteller CHIMEI Corporation beteiligt sich als Lieferant von Polycarbonat an einer internationalen Lieferkette, die erneuerbare Kunststoffe für Sonys Audio- und Videoprodukte bereitstellen soll. CHIMEI spricht von der weltweit ersten globalen Lieferkette dieser Art, die 14 Unternehmen in fünf Ländern und Regionen umfasse.

Sony und Mitsubishi Corporation hatten das Projekt zuvor gemeinsam angekündigt. In ihrer Darstellung soll die neu strukturierte Lieferkette mehrere Kunststofftypen aus biogenen Rohstoffen ermöglichen, die über einen Massenbilanzansatz bilanziert werden. Die Materialien seien für den künftigen Einsatz in Sony-Produkten vorgesehen, die weltweit auf den Markt kommen sollen.

Zur Einordnung veröffentlichte Sony am 6. Februar 2026 gemeinsam mit Mitsubishi und weiteren Partnern eine Darstellung der Lieferkette. Darin wird CHIMEI als Hersteller des erneuerbaren Polycarbonat-Harzes in der Kette genannt. Sony beschreibt außerdem, dass die beteiligten Unternehmen die bestehende Lieferkette für Sony-Produkte visualisiert und eine neue Kette aufgebaut hätten, die mehrere Kunststofftypen aus biogenen Rohstoffen über einen Massenbilanzansatz ermögliche. Die in dieser Lieferkette hergestellten Kunststoffe seien für Produkte vorgesehen, die weltweit auf den Markt kommen sollen.

Sowohl Sony als auch CHIMEI bezeichnen die Initiative als „weltweit erste“ dieser Art, bezogen auf die Visualisierung der gesamten Lieferkette von Rohstoffen bis zum Endprodukt und die Umstellung auf biomassebasierte Rohstoffe im industriellen Maßstab. In der Begründung wird auf eine Recherche der Mitsubishi Corporation zum Zeitpunkt der Ankündigung verwiesen.

Neben dem Materialbeitrag verweist CHIMEI in der Mitteilung auf eigene ESG-Aktivitäten und Dekarbonisierungsschritte in der Produktion. Zudem wolle das Unternehmen die Transparenz über den Lebenszyklus durch international anerkannte Zertifizierungen ausbauen und die Zusammenarbeit in globalen Partnerschaften vertiefen.

Circular Technology hat das Massenbilanzprinzip im Kontext von Polycarbonat bereits früher beschrieben. Dabei werden biobasierte oder recycelte Rohstoffe am Anfang in Prozesse eingespeist und anschließend rechnerisch bestimmten Produktmengen zugeordnet.

Was bedeutet Massenbilanzierung

Massenbilanz ist ein Chain-of-Custody-Modell. Laut ISO wird dabei Material mit bestimmten Eigenschaften gemeinsam mit Material ohne diese Eigenschaften nach definierten Kriterien gemischt, anschließend werden die Eigenschaften rechnerisch einem Teil der Outputs zugeordnet. OECD und NIST betonen, dass die Aussage damit buchhalterisch ist und die Glaubwürdigkeit stark von klaren Systemgrenzen, nachvollziehbaren Allokationsregeln, Datenqualität und unabhängiger Prüfung abhängt, weil sich der „zugeordnete“ Anteil im Endprodukt in der Regel nicht analytisch nachweisen lässt.

Bild oben: Darstellung der Lieferkette. Abbildung: CHIMEI

Von fil