Dem Klimawandel mit Investitionen begegnen

Mit Investitionen in klimaresiliente Schienen, Straßen, Gebäude und Wasserwege, die Förderung von Umweltschutz- und Naturprojekten und auch die Information der Gesellschaft über Gesundheitsgefahren durch extreme Hitze kann nicht nur den Folgen des Klimawandels begegnet, sondern auch die deutsche Volkswirtschaft gestärkt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Forschungsvorhaben im Auftrag des UBA.

Die Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels gewinnen durch die aktuelle Fortschreibung der Deutschen Anpassungsstrategie an Bedeutung. Das Vorhaben „Vertiefte ökonomische Analyse einzelner Politikinstrumente und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ liefert wichtige, ökonomisch begründete Argumente zur systematischen Investition in eine klimaresilientere Wirtschaft und Gesellschaft. Der Bericht nimmt mit einer sogenannten erweiterten Bewertung auch die ökologischen und sozialen Folgen der Maßnahmen in den Blick.
Als Fazit des Vorhabens lassen sich drei Kernthemen zusammenfassen: Instandsetzung von Infrastrukturen, naturbasierte Maßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung über Extremwetterereignisse und den damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren.

Instandsetzung von Infrastrukturen

Bei der Betrachtung der Maßnahmen und Instrumente zur Anpassung an den Klimawandel nimmt die Instandsetzung von Infrastrukturen eine herausragende Rolle ein. Die rein volkswirtschaftlichen Effekte sind positiv, da sich Investitionen in klimaresiliente Schienen, Straßen, Gebäude und Wasserinfrastrukturen günstig auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Beschäftigung auswirken.
So könnten beispielsweise Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels im Handlungsfeld Verkehr und Verkehrsinfrastruktur zu einer Erhöhung des BIP von bis zu 1,4 Mrd. Euro in einem Jahr und einem Beschäftigungszuwachs von bis zu 4.800 Personen führen.
Ein verstärkter Kapitaleinsatz wird derzeit vorrangig mit Blick auf Investitionen in eine Transformation der Wirtschaft in Richtung auf eine kohlenstoffarme, grüne Wirtschaft eingefordert. Dabei wird jedoch häufig Klimaschutzpolitik in den Blick genommen und die Anpassungsstrategie außer Acht gelassen. Jedoch weisen Investitionen in die Klimawandelanpassung deutliche Synergien mit dem Bestreben auf, die Investitionslücke nachhaltig zu schließen.
Bei Investitionen in die Infrastruktur muss jedoch auch hinterfragt werden, ob und welche Art von Transformation des Wirtschafts-, Verkehrs- und Energiesystems durch die Anpassungsmaßnahme unterstützt oder eher gebremst wird. Für eine Priorisierung sollten die positiven und negativen Nebenwirkungen der jeweiligen Maßnahmen für Umwelt und Gesellschaft beachtet werden. Genau das liefert der Bericht.

Naturbasierte Maßnahmen

Naturbasierte Maßnahmen wie nachhaltiger Waldumbau oder Grünflächen und Gründächer in Städten, wirken sich meist nur wenig auf klassische volkswirtschaftliche Indikatoren aus. Jedoch benötigen sie in der Regel auch nur relativ geringe Anfangsinvestitionen und weisen aus der Perspektive der erweiterten Bewertung ein deutlich positives Nutzen-Kosten-Verhältnis auf. Somit steigern sie in der Gesamtbewertung die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt deutlich.

Informatorische Maßnahmen

Aktivitäten wie die Aufklärung über Gesundheitsgefahren und Hinweisen zum Verhalten bei extremen Hitzeereignissen oder anderen durch den Klimawandel verschärften Extremereignissen sind in der Regel mit geringen Kosten zu realisieren. Die Kunst besteht darin, die Informationen ansprechend, glaubwürdig und verhaltenswirksam zu gestalten.
Informatorische Maßnahmen, die Risikoverhalten reduzieren und gesundheitsförderndes und vorsorgendes Verhalten fördern, bringen kurzfristig keine volkswirtschaftlichen Wachstumseffekte. Gegebenenfalls reduzieren sie das Wachstum sogar, weil sie Reparatur- und Krankheitskosten verringern. Gesamtgesellschaftlich lohnen sie sich dennoch in besonders hohem Maße, denn wie der Bericht darstellt, erzielen sie deutlich positive Wirkungen für Mensch und Umwelt.