Deutschland bleibt Nettoexporteur von Schrott

Laut den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes importierte Deutschland im vergangenen Jahr mit 4,12 Mio. t, 4,6 % weniger Schrott als 2018 als 4,32 Mio. t eingeführt wurden.

Stahlschrott-Importe 2019 Grafik: bvse

Der Anteil der Importe aus Ländern der EU(28) ist im Jahresvergleich mit rund 86,5 % nahezu unverändert geblieben. Der mit Abstand bedeutendste Lieferant ist die Tschechische Republik mit einem Lieferanteil von 21,2 %. Die Lieferungen sind zwar um 7,6 % gesunken, erreichten aber immer noch 872.000 t. Mit über 763.000 t und einem Anteil von 18,5 % waren die Niederländer der zweitwichtigste Lieferant gefolgt von den polnischen Kollegen mit 603.000 t, den französischen mit 535.000 t und den schwedischen Anbietern mit 236.000 t. Der Lieferumfang aus Drittländern ist mit 5,1 % deutlicher gesunken als der aus den EU-Nachbarländern. In absoluten Zahlen gesehen lag die Einfuhr aus Drittländern um rund 30.000 t unter der des Vergleichsjahres. Nach wie vor bleibt Deutschland ein Nettoexporteur von Schrott mit einem Exportüberschuss in 2019 von 4,34 Mio. t gegenüber 4,46 in 2018.

Exporte insgesamt rückläufig

Interessant sind die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den Schrottausfuhren, die insgesamt um 3,6 % auf 8,46 Mio. t gefallen sind, wobei die Lieferungen in die EU(28) stärker rückläufig waren (-4,2 %) als die in Drittländer (-0,8 %). Letztere war vor allem der verstärkten Lieferungen per

Stahlschrott-Exporte 2019. Grafik: bvse

Container nach Indien, Pakistan und Bangladesch geschuldet, die um knapp 82.000 t gegenüber 2018 gestiegen sind. Laut der aktuellen Statistik sind die Lieferungen in die Türkei im vergangenen Jahr um 2,5 % auf

740.000 t gesunken. Erfahrungsgemäß finden im Laufe des ersten Halbjahres Korrekturen bei den Mengenangaben statt, so weist bspw. das türkische Statistikbüro SteelData die Einfuhrmenge aus Deutschland mit rund 930.000 t aus. Es kann sich dabei immer um Überschneidungen zu den jeweiligen Jahreswechseln in Bezug auf Abgangsdatum des Lieferlandes und Empfangsdatum im Empfängerland handeln. Die Differenz von rund 200.000 t erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Neuer Hauptempfänger Niederlande – Italien abgelöst

Das wichtigste Empfängerland für deutschen Schrott in der EU(28) waren die Niederlande mit 1,76 Mio. t, einer Steigerung um 12,2 % und einem Anteil von 20,8 %. Die Niederlande lösten den bisherigen Hauptempfänger Italien ab. Die Lieferungen von Deutschland nach Italien sanken um knapp 7 % auf 1,73 Mio. t.

Die italienische Rohstahlproduktion ist um 5,2 % auf 23,245 Mio. t gesunken. Während des vergangenen Jahres hieß es immer wieder, dass sich die italienischen Verbraucher inländischer Schrottlieferungen bedienen. Der wichtige Empfänger in Luxemburg reduzierte seine Liefermenge aus Deutschland sogar um 11,5 % auf 1,1 Mio. t, wobei die Rohstahlproduktion lediglich um 1,3 % auf 2,2 Mio. t gesunken ist. Hier könnte der verstärkte Rückgriff auf französische Lieferungen entscheidend gewesen sein, da Händler darauf während des laufenden Jahres immer wieder hingewiesen haben. Knapp 30.000 t Schrott sind weniger nach Belgien ausgeführt worden, was einem Rückgang von knapp 18 % entspricht.

 

 

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