Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Deutschland rückläufig

Der Rohstofffußabdruck Deutschlands für das Jahr 2018 beträgt 1.373 Millionen Tonnen. 16 % beziehungsweise 224 Millionen Tonnen entfallen auf den Einsatz nachwachsender biotischer Rohstoffe (zum Beispiel Getreide, Holz). Gegenüber 2017 bedeutet da einen Rückgang um 3 Prozentpunkte. Im Vorjahresvergleich hat sich der Rohstofffußabdruck mit -1,0 % wenig verändert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt. Der Rohstofffußabdruck gibt an, wie viele Rohstoffe weltweit für die Herstellung von Gütern eingesetzt werden, um die inländische Konsum- und Investitionsnachfrage zu bedienen. Um den Rohstoffeinsatz über die gesamte Wertschöpfungskette zu berücksichtigen, werden Konsum- und Investitions-, aber auch Import- und Exportgüter in sogenannten Rohstoffäquivalenten angegeben.

Der Anteil der biotischen Rohstoffe am deutschen Rohstofffußabdruck ist 2018 gegenüber 2017 um 3 Prozentpunkte auf 16 % zurückgegangen. Diese Rohstoffe werden insbesondere für die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie – im Fall von Holz – zum Bauen oder für die Herstellung von Möbeln, aber auch für die Produktion von Papier und chemischen Erzeugnissen sowie die Energieversorgung, benötigt. Eine für die Betrachtung der globalen Umweltinanspruchnahme wichtige Eigenschaft dieser Rohstoffe ist, dass sie nachwachsen und dadurch erneuerbar sind.

Größter Posten des Rohstofffußabdrucks sind die sonstigen mineralischen Rohstoffe wie Sand, Kies und gebrochene Natursteine

Den Großteil des deutschen Rohstofffußabdrucks bilden abiotische Rohstoffe. Die mengenmäßig wichtigste Rohstoffgruppe sind hierbei die sonstigen mineralischen Rohstoffe, zu denen beispielsweise Sand, Kies, gebrochene Natursteine, Kalkstein und Gips zählen. Sie machen knapp die Hälfte (45 %) des Rohstofffußabdrucks aus (+1 Prozentpunkt gegenüber 2017). Mit einem Viertel des Rohstoffeinsatzes für die inländische Verwendung bilden die fossilen Energieträger (zum Beispiel Erdöl, Braun- und Steinkohle), die zweitgrößte Rohstoffgruppe (-1 Prozentpunkt gegenüber 2017). Erze, wie beispielsweise Eisen- und Kupfererz, haben 2018 mit 14 % den geringsten Anteil an der Gesamtmenge, jedoch ist ihr Anteil gestiegen (+3 Prozentpunkte gegenüber 2017).

Rohstofffußabdruck für Konsum- und Investitionszwecke ähnlich groß

Der Rohstofffußabdruck Deutschlands umfasst den Rohstoffeinsatz für inländischen Konsum und für inländische Investitionen. Zu den inländischen Investitionen gehört der Rohstoffeinsatz für Investitionen in Bauten, Ausrüstungen und sonstige Anlagen, wie zum Beispiel Maschinen. Zum Rohstofffußabdruck für Konsumzwecke zählen der Rohstoffeinsatz für den Konsum der privaten Haushalte, des Staates und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Der Rohstofffußabdruck für die inländischen Investitionen war mit 783 Millionen Tonnen 2018 ähnlich groß wie der für Konsumzwecke, der 758 Millionen Tonnen betrug. Neben dem Rohstoffeinsatz für inländischen Konsum und Investitionen umfasst der Rohstofffußabdruck Deutschlands auch Vorratsveränderungen in Rohstoffäquivalenten.

Beim Rohstofffußabdruck für Konsumzwecke spielen alle Rohstoffgruppen eine Rolle, was die Nachfrage nach so unterschiedlichen Konsumgütern wie Nahrungsmitteln, Strom oder Fahrzeugen widerspiegelt. Dabei betrug 2018 der Anteil der fossilen Energieträger 38 %, der der biotischen Rohstoffe 29 % und der der Erze und sonstigen mineralischen Rohstoffe jeweils 16 %. Im Gegensatz dazu wurden für die inländischen Investitionen in eher geringem Umfang fossile Energieträger (8 %) und Erze (17 %) verwendet, dahingegen aber mit 73 % weit überwiegend sonstige mineralische Rohstoffe. Dies liegt insbesondere an ihrem Einsatz, vor allem von Sand, für Bautätigkeiten. Biotische Rohstoffe wurden für die Bereitstellung von Investitionsgütern mit einem Anteil von 2 % nur in sehr geringem Umfang eingesetzt.

Bild oben: Den größten Antei an den in Deutschland verbrauchten Rohstoffen haben mineralische Stoffe, wie Sand oder Kies. Foto: Pixabay/_Alicja_