Schwarze Kunststoffe gelten in der Sortierung bislang als besonders schwierig und landen deshalb oft in der thermischen Verwertung. Das Fraunhofer IZFP zeigt nun einen Demonstrator, der diese Stoffströme mithilfe aktiver Thermographie und maschinellen Lernens erstmals sortenrein charakterisieren und sortieren soll.

Schwarze Kunststoffe zählen zu den hartnäckigsten Problemen der Kreislaufwirtschaft. In vielen Sortieranlagen lassen sich diese Materialien mit etablierten Verfahren nur eingeschränkt erfassen. Das erschwert ihre Trennung und hochwertige Aufbereitung erheblich. In der Folge werden sie bislang vielfach nicht werkstofflich recycelt, sondern thermisch verwertet. Das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP aus Saarbrücken will genau an dieser Stelle ansetzen. Auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK 2026 in Dortmund präsentiert das Institut einen Demonstrator, der schwarze Kunststoffe erstmals sortenrein charakterisieren und sortieren kann.

Aktive Thermographie trifft maschinelles Lernen

Technische Grundlage des Systems sind aktive Thermographie und maschinelles Lernen. Mithilfe thermischer Reaktionen sollen materialtypische Eigenschaften sichtbar werden, die sich für die Identifikation der jeweiligen Kunststoffarten nutzen lassen. Verfahren des maschinellen Lernens übernehmen anschließend die Auswertung und Zuordnung.

Damit verfolgt das Fraunhofer IZFP einen Ansatz, der einen bislang schwer zugänglichen Stoffstrom für das Recycling erschließen könnte. Gelingt die präzisere Identifikation schwarzer Kunststoffe, ließen sich diese Fraktionen künftig deutlich gezielter in den Materialkreislauf zurückführen.

Relevanz für die Circular Economy

Für die Kreislaufwirtschaft wäre das ein wichtiger Schritt. Sortenreine Stoffströme gelten als zentrale Voraussetzung für hochwertige Rezyklate und für Anwendungen mit stabilen Materialeigenschaften. Gerade bei Kunststoffabfällen entscheidet die Qualität der Sortierung darüber, ob aus einem Problemstoff ein wirtschaftlich nutzbarer Sekundärrohstoff werden kann.

Die Fraunhofer-Entwicklung adressiert damit nicht nur ein technisches, sondern auch ein wirtschaftliches Hindernis. Wenn schwarze Kunststoffe zuverlässiger erkannt und getrennt werden können, steigt die Chance, diese Materialien im Kreislauf zu halten, statt sie der energetischen Verwertung zuzuführen.

Vorgestellt wird der Sortierdemonstrator am 18. und 19. März 2026 auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK in Dortmund. Besucherinnen und Besucher finden das Fraunhofer IZFP in Halle 4, Stand D47.

Bild oben: Schwarze Kunststoffe effizient sortiert: Fraunhofer IZFP präsentiert KI-gestützten Thermographie-Sortierdemonstrator auf der SOLIDS & RECYCLING-TECHNIK 2026 in Dortmund. Foto: Fraunhofer IZFP / Uwe Bellhäuser

Von fil