Auf der Fachmesse wire präsentiert der Hersteller Sikora vom 13. bis 17. April in Düsseldorf neue und weiterentwickelte Mess- und Regelsysteme für die Kabelindustrie. Mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft und ressourcenschonende Produktion stehen dabei die Reduzierung des Materialeinsatzes, die Vermeidung von Ausschuss und die Verlängerung von Maschinenlaufzeiten im Zentrum der technologischen Entwicklungen.
Die Minimierung des Materialverbrauchs bei laufender Produktion ist ein wesentlicher Hebel zur Verbesserung der Umweltbilanz.
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Wanddickenreduzierung: Systeme wie das X-RAY 8000 Advanced (für CV-Anlagen) und das X-RAY 6000 PRO/PURE (für Ader- und Mantellinien) messen Parameter wie Wanddicke und Exzentrizität direkt nach dem Extruder. Dies ermöglicht eine unmittelbare Prozesseinstellung beim Anfahren der Linie, wodurch Anfahr-Schrott reduziert wird. Im laufenden Betrieb lässt sich die Wanddicke so auf den kleinsten zulässigen Wert verringern.
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Emissionssenkung: Laut Herstellerangaben führt eine Materialeinsparung von rund 5 % in der CV-Linie zu einer CO₂-Reduktion von etwa 375 Tonnen pro Anlage im Jahr.
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Gesundheitsschutz: Die Systemkomponenten nutzen nicht-toxische Messfenster, was das Handling in der Anlage gesundheitsfreundlicher gestaltet.
Materialreinheit zur Vermeidung von Folgeschäden
Um die Langlebigkeit von Endprodukten wie Hochspannungs- und Unterseekabeln zu gewährleisten, müssen Isolationsmaterialien frei von Kontaminationen sein. Der Purity Scanner Advanced nutzt optische Kameras und Röntgentechnologie, um Kunststoffgranulate (z. B. XLPE, PP) vor der Verarbeitung zu prüfen. Verunreinigungen und metallische Partikel ab 50 µm werden automatisch aussortiert. Dies stellt sicher, dass ausschließlich reines Material verarbeitet wird. Das minimiert das Risiko von Kabeldurchschlägen, erhöht die Lebensdauer der Endprodukte und verhindert ressourcenintensive Fehlproduktionen sowie Folgeschäden.
Prozessüberwachung und Früherkennung von Ausschuss
Neben der reinen Materialmessung tragen Software- und Sensortechnologien dazu bei, Qualitätsabweichungen zu erkennen, bevor unbrauchbare Produkte entstehen.
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Datenanalyse: Die Software Line Performance Optimizer (LPO) analysiert die Einzelwerte der Messgeräte, um schleichende Trends oder Zyklen frühzeitig zu identifizieren. Das System macht Abweichungen sichtbar, noch bevor klassische Toleranzgrenzen überschritten werden, und beugt so Materialverschwendung vor.
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Glasfaserproduktion: Die Messköpfe der Fiber Series 6000 überwachen den Ziehprozess mit einer Messrate von bis zu 50 kHz. Eine konstante Zugkraftkontrolle reduziert hier das Risiko von Faserbrüchen und dem damit verbundenen Ausschuss.
Langlebigkeit und Verschleißfreiheit der Anlagentechnik

Der Gedanke der Kreislaufwirtschaft erstreckt sich auch auf die Lebensdauer und Wartung der Produktionstechnik selbst.
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Verschleißfreie Sensorik: Das Längenmesssystem LM PRO arbeitet berührungslos. Dadurch entfallen mechanischer Abrieb und Verschleiß vollständig. Zudem macht der Verzicht auf eine Nachkalibrierung den Messprozess dauerhaft wartungsarm. Auch die eingesetzte Röntgentechnologie bei anderen Systemen zielt auf eine lange Betriebsdauer ab.
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Instandhaltung: Durch Service- und Schulungsangebote soll die dauerhafte Verfügbarkeit der Systeme sichergestellt werden. Dies verhindert den vorzeitigen Austausch von Maschinenkomponenten und verlängert deren Lebenszyklus.
Bild oben: Der PURITY SCANNER ADVANCED eignet sich zur Inspektion und Sortierung von Kunststoffgranulat. Foto: SIKORA
