…..und Circular Technology folgte gerne dem Ruf. Stadler hatte 50 Teilnehmende aus zehn Ländern an seinen Hauptsitz eingeladen, darunter Vertreter führender Recyclingunternehmen und internationale Fachjournalisten. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der Sortierung und des Recyclings sowie die betrieblichen und strategischen Herausforderungen der Branche. Ein zentraler Programmpunkt war die Eröffnung des neuen Test Centers.

Das Veranstaltungsprogramm verband Fachvorträge mit Einblicken in die Fertigung und praktischen Vorführungen. Vorgestellt wurden der neue Air Drum Sifter, digitale Lösungen zur Optimierung der Anlagenleistung, technische Entwicklungen für die nächste Generation von Sortieranlagen und das Serviceangebot des Unternehmens. Dabei ging es auch darum, wie STADLER Engineering, Produktion, Digitalisierung und Service auf unterschiedliche Betriebs- und Marktanforderungen abstimmt.

Julia Stadler, Co-CEO der STADLER Group, beschrieb den Summit als Gelegenheit, Kunden zuzuhören, Erfahrungen auszutauschen und über die Entwicklung der Recyclingbranche zu sprechen. Durch das Zusammenspiel der verschiedenen Unternehmensbereiche wolle STADLER seine Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Anlagen begleiten.

Zum Programm meines Besuchs gehörte auch ein Rundgang durch die Produktion am Standort Altshausen. Dort arbeiten mehr als 350 Beschäftigte auf über 20.000 Quadratmetern Produktions- und Logistikfläche. Der Rundgang führte durch Lager und Logistik, Blechbearbeitung, Roboterschweißen, Pulverbeschichtung und Endmontage.

In Altshausen entstehen zentrale Maschinen und Komponenten für kundenspezifische Sortieranlagen, darunter Fördertechnik, ballistische Separatoren, Air Drum Sifter, Dosiersysteme und Sortierkabinen. Zu den jüngsten Investitionen zählen neue Schweißroboter und ein vertikales CNC-Bearbeitungszentrum. Die Fertigung im eigenen Haus ermöglicht es STADLER, Qualität, Präzision und Lieferabläufe direkt zu steuern und Engineering, Produktion und Montage eng miteinander abzustimmen.

Julia und Willi Stadler bei der feierlichen Eröffnung des neuen Testcenters. (Foto: Circular Technology)

Den Höhepunkt des Summits bildete die offizielle Eröffnung des neuen Test Centers durch Julia und Willi Stadler. Anschließend folgte eine Live-Demonstration mit ausgewählten STADLERconnect-Modulen. Dabei wurden HDPE, PET und Folien verarbeitet, um zu zeigen, wie sich unterschiedliche Kunststofffraktionen unter realistischen Betriebsbedingungen testen lassen.

Das neue Test Center erstreckt sich über mehrere Hallen mit insgesamt rund 2.160 Quadratmetern Fläche. Davon entfallen 726 Quadratmeter auf die Versuchsanlage und deren Ausstattung. Die Einrichtung wurde vorrangig für die Engineering-Abteilung entwickelt und soll Grundlagenversuche, die Entwicklung von Prototypen sowie die Optimierung von Maschinen, Komponenten und digitalen Lösungen unterstützen.(Foto: Stadler)

Vertreten sind Beispiele aller am Standort Altshausen gefertigten Maschinentypen. Hinzu kommen digitale Lösungen wie AI Material Compass, Volumenstromsensoren und STADLERconnect. Vorgesehen sind Versuche mit Kunststofffraktionen und Textilien sowie die Erprobung neuer Maschinenkonzepte, darunter unterschiedliche Windsichtermodelle.

Auch Kunden sollen das Test Center nutzen können, um eigene Materialien zu erproben, Verarbeitungsparameter zu optimieren und verschiedene Maschinenkonfigurationen miteinander zu vergleichen. Die daraus gewonnenen Versuchsergebnisse sollen Investitionsrisiken reduzieren. Darüber hinaus sind praxisnahe Schulungen für Bedien- und Servicepersonal vorgesehen. Sie sollen dazu beitragen, einen gleichmäßigen Durchsatz, eine hohe Anlagenverfügbarkeit sowie möglichst hohe Rückgewinnungsraten und Reinheitsgrade zu erreichen.

Der neue Standort ergänzt das bestehende Test & Innovation Center im slowenischen Krško. Dort befindet sich auch die zweite Produktionsstätte von STADLER, in der Trommelsiebe, Etikettenentferner und elektrische Komponenten für die Sortieranlagen gefertigt werden.

Die beiden Testeinrichtungen haben unterschiedliche Schwerpunkte: In Altshausen stehen die eigenen Technologien und kundenbezogene Versuche im Vordergrund. In Krško wird STADLER-Technik mit weiteren Verfahren kombiniert, darunter Zerkleinerung, Magnet- und Wirbelstromabscheidung sowie NIR-Sortierung. Dadurch lassen sich dort Materialversuche in größerem Maßstab und umfassende Prozessprüfungen durchführen.

Willi Stadler, ebenfalls Co-CEO der Gruppe, erläuterte die Verbindung zwischen Engineering, praktischen Versuchen und Kundenanforderungen. Abfallzusammensetzung, Sammelsysteme, gesetzliche Vorgaben und Anforderungen an die Ausgangsmaterialien unterschieden sich von Projekt zu Projekt. Deshalb entwickle STADLER mechanische, elektrische und digitale Komponenten als integriertes System. Das neue Test Center ermögliche es, ihr Zusammenspiel unter realistischen Bedingungen zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Die beim Summit vorgestellten Investitionen sind Teil der langfristigen Unternehmensentwicklung. STADLER beschäftigt weltweit rund 650 Mitarbeitende und investiert nach eigenen Angaben jährlich einen hohen einstelligen Prozentsatz seines Umsatzes in Fertigung, Software, Forschung und Entwicklung sowie seine Engineering-Teams. Ziel ist es, kundenspezifische Sortierlösungen weiterzuentwickeln und Kunden beim zuverlässigen und effizienten Betrieb ihrer Anlagen über deren gesamten Lebenszyklus zu unterstützen.

Titelfoto: Circular Technology

Von Axel

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