Kobalt aus Metallschrott recyceln

H.C. Starck Tungsten Powders, ein Tochterunternehmen der Masan High-Tech Materials, forscht in Goslar an einem neuen Verfahren zum Recycling von Kobalt aus Metallschrotten. Das Entwicklungs­projekt soll binnen zwei Jahren zu einem Pilotprozess führen, der sich anschließend in einen größeren Maßstab überführen lässt. Das Land Niedersachsen fördert diese Innovation mit 800.000 Euro.

H.C. Starck Tungsten Powders recycelt seit Jahrzehnten mithilfe eigener Verfahren Wolfram vorwiegend aus Hartmetallschrotten und deckt damit einen erheblichen Teil des eigenen Rohstoffbedarfs am größten Produk­tions­standort Goslar ab. Diese Schrotte enthalten in der Regel auch zwischen fünf und 20 Prozent Kobalt. Know-how für dessen Wiedergewinnung ist vorhanden, weil H.C. Starck in Goslar bis 2003 über Jahrzehnte Sekundär­rohstoffe im dreistelligen Tonnagebereich zu Kobaltoxid- und Kobaltmetallpulvern in hoher Reinheit verarbeitetet hat.

Das laufende Innovationsprojekt soll nun den traditionellen Prozess, der mehrere unterschiedliche Löse-, Elektro­lyse-, Fällungs-, Extraktions- und Reinigungsstufen enthielt, durch ein deutlich effizienteres Verfahren mit weniger Fertigungsstufen ersetzen. Dabei sollen auch die Umwelteinflüsse verringert werden – beispielsweise durch einen reduzierten Energieverbrauch.

Julia Meese-Marktscheffel leitet die weltweite Forschung & Entwicklung bei H.C. Starck Tungsten Powders. Foto: H.C. Starck Tungsten Powders

„Wir positionieren uns im Markt insbesondere über unsere Innovationskraft und technologische Kompetenz“, sagt Dr. Julia Meese-Marktscheffel, Leiterin der globalen Forschung und Entwicklung bei H.C. Starck Tungsten Powders. „Unsere Erfahrung im Metallrecycling fließt jetzt in einen innovativen Ansatz ein, mit dem wir ein weiteres Technologiemetall nachhaltig aus im Markt verfügbaren Sekundärrohstoffen gewinnen. Diese Differenzierung ist Teil der Strategie unseres Mutterkonzerns Masan High-Tech Materials, sich zu einem führenden globalen Anbieter kritischer, strategisch bedeutender Technologierohstoffe zu entwickeln.“

Die EU stuft Kobalt als „kritischen Rohstoff“ ein, der neben seiner Verwendung als duktile Bindematrix in Hart­metallen vor allem in Lithium-Ionen/Polymer-Akkus zum Einsatz kommt und damit beim Zukunftsthema Elektro­mobilität eine wichtige Rolle spielt. Das wichtigste Förderland für den Primärrohstoff ist die Demokratische Republik Kongo mit rund 65 Prozent des weltweiten Abbauvolumens.

Bild ganz oben: Kobalt soll zukünftig aus Metallschrott recycelt werden. Foto: Wikimedia/Alchemist-hp