Der UMSICHT-Förderverein hat drei Arbeiten aus Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet. Der mit jeweils 2.500 Euro dotierte Preis ging an Miriam Garufo, Klaus Bachmann und André Olean-Oliveira. Die Preisverleihung fand am 8. Juli bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen statt.
In der Kategorie Journalismus Print/Online wurde der freie Wissenschaftsjournalist Klaus Bachmann für seinen im P.M. Magazin erschienenen Beitrag „Eine neue Chemie“ geehrt. Darin beschreibt er die Potenziale der Mechanochemie. Bei diesem Verfahren werden chemische Reaktionen durch mechanische Energie wie Mahlen, Druck oder Reibung ausgelöst.
Damit können Prozesse teilweise bei niedrigeren Temperaturen und ohne toxische Lösungsmittel durchgeführt werden. Mögliche Anwendungen sieht der Beitrag unter anderem bei der Ammoniaksynthese, in der Arzneimittelproduktion sowie beim Recycling von Batterien und Kunststoffen. Für einen breiten industriellen Einsatz sind laut Bachmann jedoch weitere Forschung, Prozessoptimierungen und Investitionen erforderlich.
Elektronische Bauteile aus Pilzmaterialien
Miriam Garufo erhielt den Preis in der Kategorie Journalismus Audio/Video. Ihr Podcast „Grüne Elektronik aus Pilzen – Super-Material der Zukunft?“ wurde in der Sendung „IQ – Wissenschaft und Forschung“ des Bayerischen Rundfunks veröffentlicht. Der Beitrag beschäftigt sich mit der sogenannten Myceliotronic, einem Forschungsgebiet, das Pilzmaterialien für elektronische Anwendungen untersucht. Vorgestellt werden unter anderem flexible Leiterplatten aus Myzel, pilzbasierte mikrobielle Brennstoffzellen und erste Ansätze für biologische Speicherelemente. Solche Materialien könnten künftig dazu beitragen, konventionelle Werkstoffe zu ersetzen und die Menge an Elektroschrott zu verringern.
Dezentrale Herstellung von Wasserstoffperoxid
Den Wissenschaftspreis erhielt André Olean-Oliveira vom Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion. Seine in der Fachzeitschrift ACS Catalysis veröffentlichte Arbeit untersucht die elektrochemische Herstellung von Wasserstoffperoxid an Kohlenstoffelektroden. Wasserstoffperoxid wird unter anderem als Bleich- und Desinfektionsmittel sowie zur Abwasserbehandlung eingesetzt. Die konventionelle Produktion erfolgt überwiegend in großen Anlagen über ein mehrstufiges und energieintensives Verfahren. Olean-Oliveira analysierte, wie Fehlstellen und Sauerstoffgruppen auf der Oberfläche von Kohlenstoffelektroden die elektrochemische Reaktion beeinflussen. Die Ergebnisse könnten die Entwicklung kleinerer, dezentraler Produktionsanlagen unterstützen.
Der UMSICHT-Wissenschaftspreis wird seit 2010 vergeben. Er zeichnet wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie journalistische Beiträge aus, die Themen aus Umwelt-, Energie- und Nachhaltigkeitsforschung für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten. Für die Ausgabe 2027 ist erstmals zusätzlich eine Kategorie für wissenschaftliche Schulprojekte vorgesehen.
Bild oben: Die Träger des diesjährigen Umsicht-Wissenschaftspreises (v.l.): Miriam Garufo, Klaus Bachmann und André Olean-Oliveira. Foto: Fraunhofer UMSICHT
