Mit dem HW270A MH bringt Hyundai Construction Equipment einen Umschlagbagger der 28-Tonnen-Klasse auf den europäischen Markt. Für Recyclingbetriebe verbindet die Maschine bis zu 12,41 Meter Reichweite mit einer hochfahrbaren Kabine und einem speziell auf den Materialumschlag abgestimmten Unterwagen. Entscheidend für die Praxis ist das Zusammenspiel von Sicht, Standsicherheit und präziser Steuerung.

Am Aufgabetrichter, vor der Schrottbox oder beim Beladen eines Lkw kommt es auf kontrollierte Bewegungen an. Unterschiedliche Materialien müssen aufgenommen, über Hindernisse hinweggeführt und gezielt abgelegt werden. Dabei ändern sich Last und Arbeitsradius mit jedem Griff. Hyundai adressiert diese Anforderungen mit dem neuen HW270A MH, der für mittelschwere bis schwere Umschlagaufgaben ausgelegt ist. Zu den vorgesehenen Einsatzfeldern gehören die Abfallwirtschaft, die Schrottverwertung und der Hafenumschlag.

Unterwagen und Arbeitsausrüstung für den Umschlag

Die Grundlage bildet ein gegenüber einem Mobilbagger längerer und breiterer Unterwagen. Vier Pratzenabstützungen sollen der Maschine im stationären Einsatz die erforderliche Stabilität geben. Das ist gerade dort relevant, wo regelmäßig mit großer Ausladung gearbeitet wird: Die nutzbare Leistung einer Umschlagmaschine hängt nicht allein von der Motorisierung ab, sondern ebenso davon, welche Lasten sie im jeweiligen Arbeitsbereich sicher bewegen kann.

Für unterschiedliche Aufgaben bietet Hyundai den HW270A MH wahlweise mit geradem oder Schwanenhalsausleger an. Als maximale Reichweite nennt der Hersteller 12,41 Meter. Je nach Material und Einsatz lassen sich verschiedene Anbaugeräte verwenden, darunter Mehrschalen- und Zweischalengreifer. Damit deckt das Maschinenkonzept sowohl den Umgang mit unregelmäßigem Schrott als auch den Umschlag geeigneter Schüttgüter ab.

Für die konkrete Einsatzplanung bleiben allerdings die Traglasten in der gewählten Konfiguration maßgeblich. Eine Traglasttabelle sowie Angaben zu den zugehörigen Greifergrößen enthält die vorliegende Produktankündigung nicht.

Hydraulik und Antrieb arbeiten zusammen

Ein Sechszylinder-Dieselmotor der Abgasstufe V liefert 141 kW. Sein Turbolader mit variablem Ladedruck soll das Ansprechverhalten über unterschiedliche Betriebszustände hinweg unterstützen. Ein Umkehrlüfter gehört zur Serienausstattung – ein für staubbelastete Einsatzorte wie Recyclinghöfe relevantes Ausstattungsmerkmal.

Das elektronisch gesteuerte Zweipumpen-Hydrauliksystem ist mit der Motorsteuerung verknüpft. Hyundai zielt damit auf eine bedarfsgerechte Abstimmung von Antriebsleistung und hydraulischer Arbeit. Für anspruchsvolle Umschlagvorgänge lässt sich über eine One-Touch-Power-Boost-Funktion zusätzliche Leistung abrufen.

Beim Schwenkantrieb setzt der Hersteller auf einen Axialkolbenmotor in Verbindung mit einem zweistufigen Planetengetriebe. Diese Auslegung soll hohes Drehmoment und kurze Schwenkzeiten ermöglichen. Gerade bei wiederkehrenden Ladezyklen ist das ein wesentlicher Faktor: Aufnahme, Schwenken und Ablage bestimmen gemeinsam, wie viel Material eine Maschine innerhalb einer Schicht bewegt. Konkrete Angaben zu Zykluszeiten, Umschlagleistung oder Kraftstoffverbrauch veröffentlicht Hyundai in der Mitteilung jedoch nicht.

Für Standortwechsel verfügt der HW270A MH über ein Zweigang-Powershiftgetriebe. Die angegebenen Fahrgeschwindigkeiten liegen bei 9 und 19 km/h; im Kriechgang sind es 4 km/h.

Höhere Sichtposition beim Beschicken und Verladen

Die Fahrerkabine lässt sich hydraulisch um 2,60 Meter anheben. (Foto: Hyundai)

Die Fahrerkabine lässt sich hydraulisch um 2,60 Meter anheben. Dadurch verbessert sich der Einblick in Lkw-Ladeflächen und Aufgabetrichter. Im Recyclingbetrieb kann diese Perspektive helfen, Material gezielter zu platzieren und den Füllstand besser einzuschätzen. Eine Notabsenkung gehört zur Serienausstattung.

Zusätzlich zur Rückfahrkamera ist das AAVM-Rundumsichtsystem mit 360-Grad-Kameras serienmäßig an Bord. Es unterstützt die Übersicht im Umfeld der Maschine. Ein virtuelles Wandsystem soll Kollisionen mit Hindernissen verhindern; ein Überlastwarnsystem ergänzt die Sicherheitsausstattung. Solche Assistenzfunktionen sind insbesondere auf Betriebshöfen mit begrenzten Bewegungsflächen relevant.

Die ROPS/FOPS-Kabine verfügt über Klimaanlage sowie einen beheizbaren Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze. Sitz und Bedienkonsole lassen sich unabhängig voneinander in der Höhe einstellen. Über einen 7-Zoll-Farbmonitor kann der Fahrer individuelle Maschineneinstellungen vornehmen und Leistungsmodi auswählen. Auch die Joystick-Lenkung ist serienmäßig.

Wirtschaftlichkeit muss sich im Einsatz zeigen

Für Wartungsarbeiten sind die Servicepunkte laut Hyundai von oben, von den Seiten und von unten am Oberwagen zugänglich. Das Telematiksystem Hi-MATE ermöglicht die Fernüberwachung von Maschinendaten und unterstützt die Ferndiagnose. Für Betreiber und Servicepartner kann dies eine Grundlage schaffen, Wartungseinsätze vorzubereiten und Auffälligkeiten nachzugehen.

Mit dem HW270A MH erweitert Hyundai sein Angebot um eine gezielt für den Materialumschlag ausgelegte Maschine. Für Recyclingbetriebe sind vor allem die Kombination aus abgestütztem Unterwagen, variabler Arbeitsausrüstung und erhöhter Fahrerposition sowie die serienmäßigen Sicht- und Assistenzsysteme interessant. Wie wirtschaftlich sich das Konzept im jeweiligen Betrieb einsetzen lässt, wird sich an der passenden Traglast, dem tatsächlichen Verbrauch und der erreichbaren Umschlagleistung messen lassen.

Titelfoto: Hyundai

Von Axel

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