Ein nachrüstbarer Reaktoreinsatz und die Rückführung von Produktgas sollen Biomassevergasungs-BHKW bedarfsgerechter machen. Das Verbundprojekt biovolatil untersucht zudem die Kopplung mit Geothermie für kommunale Energiesysteme.

Reaktorgeometrie passt die Leistung an

Die Geometrie des Reaktoreinsatzes beeinflusst den Brennstoffumsatz sowie die elektrische und thermische Leistung eines Biomassevergasungs-Blockheizkraftwerks. Im Projekt biovolatil wurde deshalb ein alternativer Einsatz entwickelt, der die Leistung an einen geringeren Wärmebedarf anpassen soll.

Eine erste Version absolvierte rund 3.000 Betriebsstunden. Aktuell wird eine optimierte Variante hinsichtlich Anlagenverhalten, Betriebssicherheit und Dauerhaltbarkeit erprobt. Der Einsatz soll sich mit geringem Aufwand nachrüsten lassen. Perspektivisch könnten Betreiber Bestandsanlagen während regulärer Wartungen saisonal anpassen.

Produktgasrückführung senkt die Mindestlast

Ein zweiter Ansatz führt einen Teil des erzeugten Produktgases in den Vergasungsreaktor zurück. Erste Versuche zeigen, dass sich damit das Betriebsverhalten beeinflussen und die minimale Anlagenlast reduzieren lassen. Weitere Tests sollen das Flexibilisierungspotenzial und geeignete Betriebsstrategien bestimmen. Burkhardt erprobt die technischen Ansätze unter Praxisbedingungen.

Geothermie in die Betriebsstrategie einbinden

Parallel entwickelt das Projektteam Konzepte zur Kopplung mit Geothermie. Standortbezogene Energienetzdaten aus Oberhausen und Zittau bilden die Bewertungsgrundlage. Anschließend werden die Konzepte ökologisch und ökonomisch verglichen.

Projektpartner und Förderung

Das Verbundprojekt »biovolatil« wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWE gefördert. Neben dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT sind folgende Partner Teil des Projektkonsortiums: Burkhardt GmbH, EnProCo Berlin GmbH, Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, Hochschule Zittau/Görlitz und ifeu-Institut. Assoziierte Partner sind die Energieversorgung Oberhausen AG und die Stadtwerke Zittau GmbH.

Titelfoto: Zwei nebeneinander aufgestellte Holzvergaser mit dem runden Reaktor der vorderen Anlage auf der linken Seite (Quelle: Burkhardt GmbH)

Von Axel

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