Mit 15.000 Fachbesuchern und 660 Ausstellern aus 36 Ländern hat die Plastpol in Kielce ihre 30. Ausgabe abgeschlossen. In den Hallen liefen Spritzgießmaschinen, Extrusionsanlagen, Roboter, automatisierte Produktionszellen und Recyclingtechnik. Produziert wurden vor Ort unter anderem medizinische Komponenten, Lunchboxen, technische Teile sowie Produkte aus Rezyklaten und natürlichen Materialien.
Damit zeigte die Messe, wohin sich die Kunststoffverarbeitung bewegt. Gefragt sind Anlagen, die Ausschuss reduzieren, Energie sparen und Materialströme besser nutzbar machen. Adam Marciniak von Engel brachte es so auf den Punkt: Kunden suchten zunehmend Lösungen, mit denen sich Produktion planbarer steuern, Fehlerquoten senken sowie Energie- und Ressourcenverbrauch optimieren lassen.
Recycling als Voraussetzung

Auch die Aussteller selbst beschrieben die Lage eher nüchtern als euphorisch. Zwar meldete der Veranstalter Maschinenverkäufe, Millionenaufträge und fortgeschrittene Verhandlungen. Zugleich verwiesen Unternehmen auf die Schwäche des europäischen Kunststoffmarkts. Investitionen in Effizienz, Recycling und Automatisierung gelten deshalb weniger als Kür, sondern zunehmend als Voraussetzung, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft zeigte sich auch im Rahmenprogramm. Plastics Europe stellte in Kielce seinen aktuellen Bericht zur zirkulären Kunststoffwirtschaft vor. Dessen Befund fällt kritisch aus. Das Wachstum der zirkulären Kunststoffproduktion in Europa hat sich deutlich abgeschwächt, während globale Wettbewerber zulegen. Für die Branche ist das ein Warnsignal. Recyclingtechnik allein reicht nicht aus, wenn Rezyklate, Energiepreise, Regulierung und Investitionssicherheit nicht zusammenpassen.
Auszeichnungen vergeben
Auch bei den Auszeichnungen spiegelte sich diese Verschiebung wider. Die Goldmedaillen der Messe gingen unter anderem an Lösungen für Automatisierung, Recycling, Energieeffizienz und künstliche Intelligenz. Prämiert wurde zudem eine recyclingfähige Menubox-Verpackung aus geschäumter XPP-Polypropylenfolie für Take-away-Anwendungen.

Für Targi Kielce bleibt die Messe vor allem ein Ort für konkretes Geschäft. „Messen bleiben die menschlichste Plattform, um geschäftlichen Erfolg voranzutreiben“, betonte Dr. Andrzej Mochoń, Vorstandsvorsitzender von Targi Kielce. Mit laufenden Maschinen, technischen Experten und Vertriebsteams an den Ständen konnten Fachbesucher Technologien prüfen und zugleich Verhandlungen führen. Die Plastpol zeigte damit nicht nur, welche Lösungen die Kunststoffverarbeitung technisch voranbringen sollen. Sie zeigte auch, woran sich Investitionen derzeit messen lassen, an Effizienz, Automatisierung und zunehmend an der Fähigkeit, Materialkreisläufe zu schließen.
Die nächste Plastpol findet vom 18. bis 21. Mai 2027 statt. Dann will Targi Kielce erstmals die neue Messehalle nutzen, die mit mehr Fläche, größerer Hallenhöhe und besserer Anlieferung auch für schwere Maschinen und komplette Produktionslinien ausgelegt ist.
Bild oben: Philipp Lubos (l.) und Andrzej Mochón, Vorstandvorsitzender der Targi Kilece. Foto: Circular Technology
