Mit dem 13-Punkte-Aktionsplan zur Senkung der Baukosten will das Bundesbauministerium den Einsatz von Sekundärrohstoffen im Hochbau stärken. Der bvse begrüßt diesen Ansatz ausdrücklich, widerspricht aber der verbreiteten Einschätzung, dass rechtliche Unsicherheiten den Einsatz von Recycling-Baustoffen bremsen. Aus Sicht des Verbandes liegt das eigentliche Hemmnis nicht im Abfallrecht, sondern in der Zurückhaltung von Bauherren, Planern und Ausführenden.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen setzt in seinem am 19. Juni beim X8-BauDialog in Frankfurt vorgestellten Aktionsplan auch auf mehr Wiederverwendung und Recycling im Gebäudebereich. Gebäude sollen stärker als Rohstofflager verstanden werden. Ziel ist es, Primärrohstoffe einzusparen, Baukosten zu senken und die Bauwirtschaft unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen.

Einsatz von Recyclingmaterial ausweiten

Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung unterstützt diese Stoßrichtung. Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer betont, dass der Einsatz von RC-Materialien ausgeweitet werden müsse. Nach Einschätzung des Verbandes können Sekundärbaustoffe in vielen Projekten zu geringeren Kosten beitragen, vor allem durch kurze Transportwege, regionale Recyclinganlagen und die Möglichkeit, Material direkt auf der Baustelle aufzubereiten. Hinzu kommen steigende Kosten für Deponierung und Verfüllung, während die Annahmepreise an Recyclinganlagen häufig niedriger liegen.

bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer. Foto: bvse

Kritisch sieht der bvse jedoch die wiederkehrende Forderung nach einer Neudefinition des Abfallstatus in der Ersatzbaustoffverordnung. Der Verband hält die Rechtslage bereits heute für ausreichend klar. Maßgeblich seien die Ersatzbaustoffverordnung, bautechnische Regelwerke sowie die Regelungen zum Abfallende und zu Nebenprodukten im Kreislaufwirtschaftsgesetz. Entscheidend sei, dass der jeweilige Abfallerzeuger oder Besitzer, meist der Betreiber der Aufbereitungsanlage, die Verantwortung übernimmt und die notwendigen Kriterien nachweist.

QUBA-Siegel

Für mineralische Bauabfälle verweist der bvse auf das QUBA-Siegel als etabliertes Instrument. Es soll sicherstellen, dass Anforderungen an Bautechnik, Umweltverträglichkeit, Qualitätssicherung und Zertifizierung erfüllt werden. Wenn zusätzlich ein Markt oder eine Nachfrage für das aufbereitete Material nachgewiesen werde, könne der Bauherr ein Produkt statt eines Abfalls einsetzen. „Die Richtung stimmt: Es muss mehr RC-Material eingesetzt werden“, kommentierte bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer den Aktionsplan.

Bild oben: Der bvse fordert den vermehrten Einsatz von Recycling-Beton. Foto: bvse

Von fil

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