Der Bvse-Geschäftsführer Eric Rehbock kritisiert auf der RATL in Karlsruhe die mangelnde Berücksichtigung von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Aufträgen und fordert Änderungen. Er fordert eine konsequente Umsetzung der Verpflichtung zur Verwendung von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Aufträgen sowie eine Dokumentation der Gründe für Ablehnung. Der bvse-Hauptgeschäftsführer betont zudem, dass Recyclingbaustoffe endlich aus dem Abfallregime entlassen werden und den Produktstatus erhalten sollten. Der Verband lobte das hervorragende Zusammenspiel der Branchen Bau-, Abbruch- und Recycling auf der Messe RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE und wird auch 2025 wieder dabei sein.

Bei einer Podiumsdiskussion auf der Demonstrationsmesse RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE (RATL) mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann kritisierte bvse-Geschäftsführer Eric Rehbock die nach wie vor überwiegend stiefmütterliche Berücksichtigung gütegesicherter Recyclingbaustoffen bei der öffentlichen Vergabe und forderte Abhilfe. „Gütegesicherte Recyclingbaustoffe werden bei der öffentlichen Auftragsvergabe immer noch viel zu selten eingesetzt. Der Wille des Gesetzgebers ist da, aber die Umsetzung findet in der Praxis immer noch völlig unzureichend statt. Wir fordern, dass die Öffentliche Hand ihre  diesbezügliche Verpflichtung zur Vorbildfunktion endlich konsequent umsetzt. Eine Ausschreibung von gütegesicherten Recyclingbaustoffen muss bei Aufträgen von Kommunen und öffentlicher Verwaltung endlich die Regel sein“, betonte der bvse-Verbandschef Rehbock. Darüber hinaus sollte die Einhaltung dieser Verpflichtung ausreichend und effektiv kontrolliert werden und nötigenfalls durch Dritte einklagbar sein.

„In Zukunft sollte zudem eine Dokumentation der Gründe erfolgen, die dazu führen, dass gütegesicherte Recyclingbaustoffe bei der Auftragsvergabe für einen Einbau als nicht zulässig eingestuft werden“, forderte Rehbock weiter. „Der bvse wird das Ausschreibungsverhalten der Öffentlichen Hand beobachten und die Diskriminierung von Recyclingbaustoffen in öffentlichen Aufträgen konsequent weiter anprangern“, machte bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock in seinem Statement deutlich.

„Abfallendeverordnung muss noch in diesem Jahr kommen!“

Eine Steigerung der Akzeptanz von Recyclingbaustoffen kann erreicht werden, wenn diese endlich aus dem Abfallregime entlassen werden und Produktstatus erhalten. Dieser Schritt müsse baldmöglichst erfolgen, erklärte Rehbock nachdrücklich: „Gütegesicherte und zertifizierte Recyclingbaustoffe dürfen nicht länger als Abfall gelten, sondern als das, was sie sind: Wertvolle Ressourcen und moderne, hoch innovative Baumaterialien, die Primärbaustoffen gleichwertig sind. Die Festlegung des Abfallendes für Sekundärbaustoffe, die bezüglich Bautechnik und Umweltverträglichkeit geprüft, güteüberwacht und zertifiziert wurden, sollte daher dringend noch in diesem Jahr erfolgen und möglichst alle Materialklassen der Ersatzbaustoffverordnung umfassen.“

Messe bot eindrucksvolles Branchenbild – Wiedersehen im Herbst 2025

Insgesamt rückblickend auf das dreitägige Messeevent in Karlsruhe erklärte der bvse-Hauptgeschäftsführer anerkennend: „Das Messeformat hat sich auch in diesem Jahr wieder hervorragend bewährt. Es konnte seinen Besuchern ein eindrucksvolles Bild zu dem hervorragenden Zusammenspiel der Branchen Bau-, Abbruch- und Recycling und zu deren immensem Potenzial für die Kreislaufwirtschaft vermitteln. Auch zur nächsten RecyclingAKTIV & TiefbauLIVE im Herbst 2025 wird sich der bvse wieder aktiv einbringen und mit dabei sein.“

Bild oben: Podiumsdiskussion auf der RATL: (v.l.): Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse; Winfried Hermann, BW-Verkehrsminister; Dr. Sarah Brückner, Geschäftsführerin des VDMA; Peter Guttenberger, Präsident des VDBUM; Thomas Lück, Vorstandsmitglied des Deutschen Abbruchverbandes und Geschäftsführer der InduRec GmbH. Photo: Circular Technology

Von fil