WIS Kunststoffe präsentiert auf der Fakuma 2026 ein Europa-konformes PP-Regranulat aus Post-Consumer-Recycling (PCR) für Lebensmittelanwendungen nach der Verordnung (EU) 2022/1616. Auf einer ENGEL-Spritzgießmaschine entsteht daraus live ein Trinkbecher mit 11 % PCR-Anteil. Außerdem führt das Unternehmen zweimal täglich die Effektivität seines Reinigungsgranulats Schneckenputzer vor.

Auf der Fakuma zeigt WIS Kunststoffe ein rPP aus Post-Consumer-Recycling für Lebensmittelanwendungen. WIS ist der erste deutsche Regranulathersteller, dessen Recyclingprozess für Trinkbecher aus kontrollierten Input-Strömen den europäischen Vorgaben entspricht.

Vom Post-Consumer-Kunststoff zurück zum Trinkbecher

Während der Fakuma entsteht auf einer ENGEL Victory 210/50 Tech Spritzgießmaschine ein Trinkbecher mit 11 % rPP-PCR von WIS Kunststoffe. Das Werkzeug stellt Schägner bereit. Gemeinsam zeigen die Partner, wie sich mechanisch recyceltes Polypropylen in einer Lebensmittelanwendung verarbeiten lässt.

„WIS Kunststoffe hat die Qualität seiner PCR-Regranulate deutlich weiterentwickelt. Bei Polypropylen für Lebensmittelanwendungen sind die Anforderungen an Qualität, Prozesssicherheit und Lebensmittelsicherheit besonders hoch. Das Material erfüllt die künftige PPWR-Vorgabe einer Mindestrezyklatquote von 10 %. Auf der Fakuma verarbeiten wir es auf unserem Werkzeug zu einem Trinkbecher“, erklärt Manfred Schägner, Produktionsleiter bei Schägner.

„Mit unserem Europa-konformen rPP zeigen wir erstmals, welches Qualitätsniveau mit mechanischem Post-Consumer-Recycling inzwischen möglich ist. Die Verarbeitung zu einem Trinkbecher macht den Materialkreislauf auf der Messe nachvollziehbar. Damit kommt mechanisch recyceltes Polypropylen auch für einen kontaktsensitiven Anwendungsbereich infrage“, erklärt Daniel Römhild, Geschäftsführer der WIS Kunststoffe GmbH.

PCR-Kompetenz aus Thüringen

WIS Kunststoffe hat die Produktion von PCR-Regranulaten in den vergangenen Jahren ausgebaut. Das Unternehmen erzeugt spezifische Rezyklate für Verpackungen, Konsumgüter und technische Bauteile. Zum Portfolio gehören auch Regenerate mit Lebensmittelzulassungen (Food Grade, FDA) und Automobilzulassungen nach der ELV-Richtlinie.

Entscheidend für die Konformität sind gleichbleibende Materialeigenschaften, reproduzierbare Qualität und Rückverfolgbarkeit. Die Regranulate sollen Neuware in geeigneten Anwendungen zuverlässig ersetzen. Das Europa-konforme rPP erweitert das Einsatzspektrum im europäischen Raum erstmals um eine im Rahmen eines Messerversuchs gezeigte Lebensmittelanwendung.

Mit der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) steigen die Anforderungen an den Rezyklateinsatz. Verarbeiter benötigen dafür PCR-Rohstoffe in konstanter Qualität und ausreichender Menge. Mit 11 % PCR übertrifft der auf der Fakuma gefertigte Becher die für 2030 vorgesehene Mindestrezyklatquote von 10 %.

Schneckenputzer: dreifache Wirkung bei kleiner Einsatzmenge

Neben dem rPP und seinem breiten Werkstoffportfolio präsentiert WIS auf der Fakuma seinen bewährten Schneckenputzer. Die Wirtschaftlichkeit des Reinigungsgranulats ergibt sich dabei nicht allein aus dem Materialpreis, vielmehr zählt der gesamte Reinigungsvorgang: Ein geringer Verbrauch, kurze Stillstandszeiten und weniger Ausschuss senken die Gesamtkosten.

Mechanisch: Reinigungskomponenten lösen Ablagerungen an Schnecke und Zylinder durch Reibung und Abrieb.

Chemisch: Chemisch wirksame Bestandteile greifen die Polymer- beziehungsweise Molekülketten verbliebener Kunststoffreste an und erleichtern ihre Ablösung.

Physikalisch: Die Reinigungsmasse expandiert, erreicht dadurch schwer zugängliche Bereiche und trägt dort gelöste Materialreste aus.

Durch das Zusammenspiel der dreifachen Wirkung reicht eine vergleichsweise kleine Einsatzmenge aus. Der WIS Schneckenputzer enthält keine abrasiven Glasfasern. Die Schnecke wird so bei der Reinigung weniger belastet, das schont Material und Maschine. Nach Angaben von WIS entstehen bei der Anwendung zudem nur wenig Rauch und kaum wahrnehmbarer Geruch. Das Bedienpersonal weiß das zu schätzen.

„Entscheidend ist nicht der Kilopreis des Reinigungsgranulats, sondern der Aufwand für den gesamten Reinigungsvorgang“, erklärt Jens Büscher, Produktmanager Reinigungsgranulate bei WIS Kunststoffe. „Durch die drei Wirkmechanismen benötigen Verarbeiter nur eine kleine Materialmenge. Das verkürzt Stillstandszeiten, verringert den Ausschuss und senkt die Reinigungskosten.“

Bild oben: WIS Kunststoffe präsentiert auf der Fakuma 2026 ein Europa-konformes PP-Regranulat aus Post-Consumer-Recycling. Gemeinsam mit Schägner und ENGEL wird daraus live ein Trinkbecher mit 11 % PCR-Anteil gefertigt. Abbildung: WIS Kunststoffe GmbH – mit KI erstellt

Von Philipp

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