BW ESS hat mit dem Bau des Batteriespeicherprojekts Klostermansfeld in Sachsen-Anhalt begonnen. Die Anlage soll eine Leistung von 1.000 Megawatt und eine Speicherkapazität von bis zu 5.700 Megawattstunden erreichen. Nach Angaben des Unternehmens zählt das Projekt damit zu den größten Batteriespeichern in Europa. Der Standort liegt in der Region Mansfeld-Südharz in der Nähe des Umspannwerks Klostermansfeld.

Die Anlage soll rechnerisch genug Strom speichern, um rund drei Millionen Haushalte in Deutschland für mindestens vier Stunden zu versorgen. BW ESS hatte sich 2024 erstmals an dem Projekt beteiligt und die Anlage Anfang dieses Jahres vollständig übernommen. Der ursprüngliche Entwickler und Verkäufer, Zelos Energy Developments, soll das Projekt bis Ende 2026 bei standortbezogenen Fragen weiter unterstützen.

Das Umspannwerk Klostermansfeld gilt als wichtiger Knotenpunkt im deutschen Stromnetz. Es wurde zuletzt ausgebaut, um mehr Strom aus dem Verteilnetz aufzunehmen und über Hochspannungsleitungen weiterzutransportieren. Der Batteriespeicher soll dazu beitragen, Strom aus erneuerbaren Quellen aufzunehmen, Lastspitzen auszugleichen und die Netzstabilität zu unterstützen.

Erstes Projekt von BW ESS in Deutschland

Roberto Jiménez, Executive Director von BW ESS, bezeichnete Klostermansfeld als erstes deutsches Speicherprojekt des Unternehmens, das in die Bauphase geht. BW ESS wolle Erfahrungen aus anderen Märkten in das Projekt einbringen und den deutschen Speichermarkt langfristig begleiten. Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann sagte, Batteriespeicher seien für das Land wichtig, weil sie zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen könnten. Die Anlage in Klostermansfeld könne künftig größere Mengen erneuerbaren Stroms aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Netz einspeisen.

Klostermansfelds Bürgermeister Frank Ochsner sprach von einem wichtigen Projekt für die Gemeinde. Er verwies auf die Investition am Standort sowie mögliche wirtschaftliche Effekte für Kommune und Region.

Eine Menge Strom

Die Speicherkapazität von 5.700 Megawattstunden entspricht rechnerisch etwa 1.630 Jahresverbräuchen von Haushalten, wenn man einen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr zugrunde legt. Alternativ ließen sich damit rund 81.000 Elektroautos vollständig laden, sofern pro Fahrzeug eine Batteriekapazität von 70 Kilowattstunden angenommen wird. Bei einem Verbrauch von 18 Kilowattstunden je 100 Kilometer entspräche das einer rechnerischen Fahrleistung von rund 31,7 Millionen Kilometern. Bei Wärmepumpen würde die Energiemenge ausreichen, um etwa 1.350 bis 2.110 Einfamilienhäuser mit jeweils 100 Quadratmetern Wohnfläche ein Jahr lang mit Wärmepumpenstrom zu versorgen. Grundlage dafür ist ein angenommener Stromverbrauch von 27 bis 42 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Bild oben: Beim Spatenstich in Klostermannsfeld. Hier entsteht einer der größten Batteriespeicher Europas. Foto: BW ESS

Von fil

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