Beschäftigung und Wertschöpfung der privaten Kreislaufwirtschaft sind gestiegen, der Umsatz ist gesunken. Nun sollen neue Vorgaben und die öffentliche Beschaffung den Einsatz von Sekundärrohstoffen erhöhen. In anderen Weltregionen ist vor allem die erneuerbare Energie bereits zu einem wichtigen Industriegeschäft geworden.

Deutschland verfügt über eine ausgebaute Infrastruktur für Sammlung, Sortierung und Verwertung. Dennoch stammten 2024 nach den jüngsten Eurostat-Daten nur 14,8 Prozent der eingesetzten Materialien aus wiedergewonnenen Stoffen. Eurostat kennzeichnet den deutschen Wert als imputiert, also statistisch geschätzt. Gemeint ist die Zirkularitätsrate – nicht die Recyclingquote: Sie misst, welcher Anteil des gesamten Materialeinsatzes durch zurückgewonnene Materialien gedeckt wird.

Die Diskrepanz zwischen einer großen Entsorgungs- und Recyclinginfrastruktur und dem geringen Anteil von Sekundärmaterial kennzeichnet die aktuelle Lage. Der von 15 Branchenverbänden und der Messe IFAT veröffentlichte und von der Prognos AG erarbeitete „Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026“ nennt fehlende Nachfrage, volatile Sekundärrohstoffpreise, unklare Qualitätsanforderungen und lange Genehmigungsverfahren als Investitionshemmnisse. Es handelt sich damit um eine Branchenstudie und nicht um einen Bericht der Bundesregierung.

Der Sektor hält sich besser als die Gesamtwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft wuchs 2025 preisbereinigt um 0,2 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bau ging die Bruttowertschöpfung erneut zurück. Für 2026 rechnet die Bundesregierung mit 0,5 Prozent Wachstum; ihre Frühjahrsprojektion verweist vor allem auf höhere Energiepreise infolge des Nahostkonflikts als Belastung.

Die in dieser Branchenstudie abgegrenzte private Kreislaufwirtschaft entwickelte sich in diesem Umfeld vergleichsweise stabil. Zu ihr zählen unter anderem Abfallsammlung und -transport, Abfallbehandlung und -verwertung, der Großhandel mit Altmaterialien sowie Maschinen- und Anlagentechnik. 2024 beschäftigte dieser Sektor rund 322.000 Menschen. Das waren etwa 4.000 mehr als im Vorjahr und 16 Prozent mehr als 2010. Die Bruttowertschöpfung erreichte 38 Milliarden Euro, 700 Millionen Euro mehr als 2023.

Beim Umsatz zeigt sich ein anderes Bild. Für 2023 weist der Bericht bei den privaten Unternehmen 106,3 Milliarden Euro aus, fast zwölf Milliarden Euro weniger als 2022. Kommunale und andere öffentliche Unternehmen kamen zusätzlich auf rund 16 Milliarden Euro. Da es sich um nominale Umsätze handelt und die Erlöse aus Sekundärrohstoffen stark schwanken, lässt sich daraus allein kein gleich großer Rückgang der realen Leistung ableiten.

Die wirtschaftliche Lage bleibt dennoch angespannt. Der Statusbericht nennt schwache Absatzmärkte, volatile Preise, gestiegene Kosten für Energie und Anlagensicherheit sowie langwierige Genehmigungsverfahren. Jährlich werden in Deutschland rund 400 Millionen Tonnen Abfall in etwa 13.500 Anlagen behandelt. Technische Kapazität allein schafft jedoch noch keinen Absatz für die gewonnenen Rohstoffe.

14,8 Prozent Sekundärmaterial – nicht 13 Prozent

Die auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums weiterhin genannte Größenordnung von „circa 13 Prozent“ beruht auf älteren Daten. Die jüngste Eurostat-Zeitreihe weist für Deutschland 2024 eine Zirkularitätsrate von 14,8 Prozent aus; 2021 hatte sie 12,7 Prozent betragen. Wegen der unterschiedlichen Bezugsjahre ist die Zahl 13 nicht grundsätzlich falsch, für eine Bestandsaufnahme im Juli 2026 aber veraltet.

Die im Dezember 2024 beschlossene Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie erweitert den Blick über die Abfallbehandlung hinaus auf Produktgestaltung, Reparatur, Wiederverwendung und den erneuten Einsatz zurückgewonnener Rohstoffe. Anders als noch im Entwurf formuliert, enthält die verabschiedete Strategie kein schlichtes Ziel, den Primärrohstoffverbrauch bis 2045 zu halbieren. Sie strebt eine „deutliche“ Senkung bis 2045 an und verwendet 6 bis 8 Tonnen je Einwohner und Jahr bis 2050 als Orientierungswert. Als Ausgangswert nennt sie 15,3 Tonnen im Jahr 2021.

Auch bei den Recyclingquoten ist die Messgröße entscheidend. Nach der neuen europäischen Berechnungsmethode lag die deutsche Recyclingquote für Siedlungsabfälle 2023 bei knapp 50 Prozent. Das EU-Ziel beträgt für 2025 mindestens 55 Prozent, für 2030 mindestens 60 Prozent und für 2035 mindestens 65 Prozent. Ob Deutschland die Marke für 2025 erreicht hat, lässt sich mit der bislang veröffentlichten Zahl für 2023 noch nicht beurteilen. Eine Recyclingquote sagt zudem nichts darüber aus, welche Qualität das zurückgewonnene Material hat oder in welchem Umfang es Primärrohstoffe ersetzt.

Bundesregierung will Nachfrage nach Rezyklaten ankurbeln

Das Bundeskabinett beschloss am 3. Juni 2026 ein Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Zwölf prioritäre Maßnahmen sollen bis Ende 2027 angestoßen werden. Dazu gehören eine stärkere Berücksichtigung zirkulärer Produkte in der öffentlichen Beschaffung, digitale Produktpässe und Datenräume sowie ein Förderprogramm für innovative Produktionsverfahren, die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe und digitale Anwendungen. Für Herbst 2026 ist eine Umsetzungsplattform angekündigt. Bis 2029 stehen nach Angaben des Bundesumweltministeriums rund 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit.

Seit dem 26. Juni 2026 liegt außerdem ein Referentenentwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vor. Er ist nach eigener Kennzeichnung noch nicht abschließend innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Der Entwurf enthält neue Ziele zur Abfallvermeidung und Vorgaben zur getrennten Sammlung. Öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sollen an Wertstoffhöfen Annahmestellen für wiederverwendbare Erzeugnisse einrichten und Kooperationen mit gemeinnützigen oder gewerblichen Wiederverwendungsbetrieben ermöglichen. Außerdem ordnet der Entwurf sowohl werkstoffliches als auch chemisches Recycling der dritten Stufe der Abfallhierarchie zu.

Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Verbände können bis zum 7. August 2026 Stellung nehmen; das Bundesumweltministerium strebt einen Kabinettsbeschluss für Januar 2027 an. Eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien soll in einem gesonderten Gesetz geregelt werden.

Für Recyclingunternehmen und Verarbeiter wird entscheidend sein, ob die Maßnahmen tatsächlich mehr Nachfrage auslösen. Der Statusbericht nennt Mindestquoten für den Rezyklateinsatz, eine zirkuläre öffentliche Beschaffung, einheitliche Qualitätsanforderungen und klare Kriterien für das Ende der Abfalleigenschaft als mögliche Hebel. Das sind Empfehlungen der Branchenstudie, keine bereits beschlossenen Vorgaben für alle Materialströme.

EU-Regeln verändern Produkt- und Rohstoffmärkte

Auch die Europäische Union kommt beim Einsatz von Sekundärmaterialien nur langsam voran. 2024 lag ihre Zirkularitätsrate bei 12,2 Prozent. Gegenüber 2015 war sie damit um einen Prozentpunkt gestiegen. Die Niederlande erreichten 32,7 Prozent, Belgien 22,7 Prozent und Italien 21,6 Prozent. Eurostat weist darauf hin, dass Unterschiede unter anderem davon abhängen, wie viele Primärrohstoffe eine Volkswirtschaft einsetzt und wie viel zurückgewonnenes Material wieder in die Wirtschaft gelangt.

Der EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft nennt für 2030 eine Zirkularitätsrate von 23,2 Prozent. Im Clean Industrial Deal rundet die Kommission das Ziel auf 24 Prozent. Mehrere bereits beschlossene oder angekündigte Rechtsakte sollen Produktgestaltung, Wiederverwendung und den Markt für Sekundärrohstoffe verändern.

Die EU-Verpackungsverordnung trat am 11. Februar 2025 in Kraft und gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026. Sie regelt den gesamten Lebenszyklus von Verpackungen und enthält Vorgaben zu Vermeidung, Wiederverwendung und Recyclingfähigkeit. Für Kunststoffverpackungen kommen schrittweise Mindestanteile an Rezyklaten hinzu; zahlreiche zentrale Zielwerte gelten ab 2030.

Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Bekleidung, Accessoires und Schuhe grundsätzlich nicht mehr vernichten; für mittlere Unternehmen gilt das Verbot ab 2030. Die Grundlage bildet die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte. Sie schafft zugleich den Rahmen für digitale Produktpässe und produktspezifische Anforderungen, die durch weitere Rechtsakte festgelegt werden.

Die neue Abfallverbringungsverordnung trat am 20. Mai 2024 in Kraft; die meisten Vorschriften gelten seit dem 21. Mai 2026. Vom 21. November 2026 an sind Exporte von Kunststoffabfällen in Nicht-OECD-Staaten untersagt. Das Verbot dürfte den Druck erhöhen, zusätzliche Sortier- und Verwertungskapazitäten innerhalb der EU zu nutzen oder aufzubauen; diese Wirkung ist eine Schlussfolgerung aus der Exportbeschränkung, keine in der Verordnung festgelegte Mengenprognose.

Ein europäisches Kreislaufwirtschaftsgesetz ist für 2026 angekündigt. Die Kommission will damit unter anderem einen Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe entwickeln. Ein endgültiger Gesetzestext lag am 23. Juli 2026 noch nicht vor.

Die Richtung ist damit erkennbar: Kreislaufwirtschaftsrecht greift zunehmend bereits bei Produktgestaltung und Rohstoffbeschaffung an. Ein größerer europäischer Markt für Recyclingmaterial ist möglich, kurzfristig steigen für Unternehmen aber auch die Anforderungen an Produktdaten, Nachweise und Konformität. Das ist eine Einordnung der genannten Rechtsakte; belastbare Daten zu ihren Marktwirkungen können erst nach der Umsetzung vorliegen.

Beim Strom ist Europa deutlich weiter

Windenergieanlage in Brandenburg. Erneuerbare Quellen deckten 2025 nach vorläufigen Eurostat-Daten 49,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in der EU. Foto: Etienne Girardet/Unsplash

Nach vorläufigen Eurostat-Daten stammten 2025 bereits 49,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs in der EU aus erneuerbaren Quellen. Beim gesamten Bruttoendenergieverbrauch, der auch Wärme und Verkehr umfasst, betrug ihr Anteil 26,2 Prozent. Das verbindliche EU-Ziel für 2030 liegt bei mindestens 42,5 Prozent. Eurostat errechnet daraus für die Jahre 2026 bis 2030 einen notwendigen durchschnittlichen Anstieg um 3,3 Prozentpunkte pro Jahr.

Die EU-Kommission erwartet für 2026 dennoch nur 1,1 Prozent Wirtschaftswachstum und für 2027 1,4 Prozent. Ein hoher Anteil erneuerbaren Stroms führt folglich nicht automatisch zu einer starken Konjunktur. Die Kommission behandelt bezahlbare saubere Energie, schnellere Genehmigungen und besser verbundene Netze allerdings als Bestandteile ihrer Wettbewerbsstrategie.

China macht saubere Technologien zum Industriegeschäft

Weltweit kamen 2025 rund 692 Gigawatt erneuerbare Kraftwerksleistung hinzu. Das entsprach 85,6 Prozent des gesamten weltweiten Zubaus an Stromerzeugungskapazität. Allein die Photovoltaik steuerte 511 Gigawatt bei, Windkraft 159 Gigawatt. Von der 2024 neu in Betrieb genommenen erneuerbaren Großkraftwerkskapazität erzeugten 91 Prozent Strom zu niedrigeren Kosten als die jeweils günstigste neue fossile Alternative.

Besonders groß ist der wirtschaftliche Beitrag in China. Das Centre for Research on Energy and Clean Air errechnete für Carbon Brief, dass die breit abgegrenzten Sektoren der sauberen Energie 2025 einen Wert von rund 15,4 Billionen Yuan erreichten. Das entsprach nach dieser Modellrechnung 11,4 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts und 37 Prozent seines Zuwachses. Erfasst wurden unter anderem Elektrofahrzeuge, Batterien, Solar- und Windkraft, Netze, Speicher, Wasserkraft, Kernenergie, Schienenverkehr und Energieeffizienz.

Diese Werte sind keine amtliche volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Die Autoren leiten sie aus amtlichen Statistiken, Branchenangaben und eigenen Annahmen ab und weisen selbst auf Abgrenzungs- und Importeffekte hin. Die Zahlen eignen sich daher als Größenordnung für den Industriekomplex, nicht als amtlicher Branchenanteil am Bruttoinlandsprodukt.

Gleichzeitig nahm China 2025 neue Kohlekraftwerke mit zusammen 78 Gigawatt Leistung in Betrieb. Neue oder reaktivierte Projektvorschläge summierten sich auf 161 Gigawatt; Ende 2025 befanden sich 291 Gigawatt bereits genehmigter oder im Bau befindlicher Kohlekraftwerksleistung in der Pipeline. Bei mehreren Stufen der Lieferketten für Solarmodule, Batterien und andere Energietechnologien hält das Land nach IEA-Angaben 60 bis 85 Prozent der weltweiten Produktionskapazität. Der Cleantech-Boom steht damit neben einem fortgesetzten Kohleausbau und einer hohen industriellen Konzentration.

Indien: Solarenergie trägt zum Wachstum bei

Für Indien erwartet der Internationale Währungsfonds 2026 ein Wachstum von 6,4 Prozent, gestützt durch privaten Konsum und Dienstleistungen. Saubere Energie leistet einen kleineren, aber messbaren Beitrag: Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur entfielen 2023 knapp fünf Prozent des indischen Wirtschaftswachstums auf diesen Bereich, vor allem auf Investitionen in Solarenergie.

IRENA und die Internationale Arbeitsorganisation schätzen die Beschäftigung im indischen Erneuerbaren-Sektor für 2024 auf 1,3 Millionen Menschen. Davon entfielen rund 503.000 auf Wasserkraft, 385.000 auf Photovoltaik und 165.000 auf Biokraftstoffe. Es handelt sich um modellierte Beschäftigungsschätzungen, nicht um eine vollständige amtliche Arbeitsmarktstatistik.

China und Indien zeigen damit unterschiedliche Entwicklungen. In China ist eine große Fertigungs- und Exportindustrie für saubere Technologien entstanden. In Indien tragen neue Anlagen und Investitionen zum Wachstum bei, während die gesamtwirtschaftliche Dynamik weiterhin vor allem aus Konsum und Dienstleistungen kommt. Diese Gegenüberstellung folgt aus den genannten IWF-, IEA- und CREA-Daten; sie belegt keinen alleinigen Kausalzusammenhang zwischen Energiewende und Gesamtwachstum.

Lateinamerika und Afrika: Ressourcen allein reichen nicht

Chile wuchs 2025 real um 2,5 Prozent; Haupttreiber war nach IWF-Angaben die inländische Nachfrage außerhalb des Bergbaus. Zugleich stiegen die Investitionen um 8,9 Prozent, wozu Bergbau- und Erneuerbare-Energien-Projekte beitrugen. Das Beispiel zeigt einen nachweisbaren Investitionsbeitrag, aber nicht, dass erneuerbare Energien das gesamte Wachstum verursacht hätten.

Brasilien verfügt laut IEA über ein bereits stark von erneuerbaren Energien geprägtes Stromsystem und eine weltweit führende Biokraftstoffwirtschaft. Darin sieht die Agentur Wettbewerbsvorteile für neue Industrien und für CO₂-armen Wasserstoff. Sie nennt zugleich hohe Kapitalkosten, Engpässe bei Netzen und Flexibilität sowie weiterhin große Investitionen in Öl und Gas als Einschränkungen. Es handelt sich um Potenziale und politische Zielsetzungen, nicht um einen bereits quantifizierten Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum.

Kenia erzeugt nach IEA-Angaben fast 90 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen: 47 Prozent entfallen auf Geothermie, 21 Prozent auf Wasserkraft, 16 Prozent auf Wind und 4 Prozent auf Solarenergie. Das ist eine im internationalen Vergleich sehr CO₂-arme Stromerzeugung. Ein höheres gesamtwirtschaftliches Wachstum folgt daraus jedoch nicht automatisch.

In vielen afrikanischen Staaten begrenzen Finanzierungskosten die Nutzung günstiger erneuerbarer Ressourcen. Nach einer IEA-Analyse können die Kapitalkosten für Erneuerbaren-Projekte in Afrika zwei- bis dreimal so hoch sein wie in fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Der Kontinent stellte zum Zeitpunkt der Studie rund 20 Prozent der Weltbevölkerung, erhielt aber weniger als 3 Prozent der weltweiten Energieinvestitionen.

Die IEA erwartet für 2026 weltweit Energieinvestitionen von 3,4 Billionen US-Dollar, fünf Prozent mehr als 2025. Davon sollen 2,2 Billionen US-Dollar in saubere Energien fließen. In China und den fortgeschrittenen Volkswirtschaften steigen diese Investitionen voraussichtlich um sieben Prozent, in den übrigen Schwellen- und Entwicklungsländern um vier Prozent. Die ungleiche Verteilung des Kapitals bleibt damit ein zentrales Hindernis für nachhaltiges Wachstum.

Deutschland braucht verlässliche Märkte

Aus dem internationalen Vergleich lässt sich kein einfacher Zusammenhang zwischen erneuerbaren Energien, Kreislaufwirtschaft und Wirtschaftswachstum ableiten. Belegt sind einzelne Beiträge: In China entfiel nach der CREA-Modellrechnung ein erheblicher Teil des Wachstums auf einen breit definierten Cleantech-Komplex; in Indien trug saubere Energie laut IEA 2023 knapp fünf Prozent zum BIP-Zuwachs bei; in Chile unterstützten Bergbau- und Erneuerbaren-Projekte das Investitionswachstum. Für Brasilien und Kenia sind vor allem günstige Ausgangsbedingungen und Entwicklungspotenziale belegt, nicht ein bereits isolierter Wachstumseffekt.

Deutschland verfügt über Recyclinganlagen, Verfahrenstechnik, qualifizierte Beschäftigte und eine große industrielle Basis. Nach dem branchenfinanzierten Statusbericht erreicht die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen die vorhandenen Kapazitäten jedoch nicht zuverlässig genug. Rezyklatquoten, zirkuläre öffentliche Beschaffung und einheitliche Qualitätsanforderungen können die Nachfrage stärken; ob sie wirken, wird sich am tatsächlichen Einsatz von Sekundärrohstoffen und nicht allein an der Menge gesammelter oder recycelter Abfälle zeigen.

Bild oben: Sekundärrohstoffe spielen eine immer größere Rolle bei der Wertschöpfung. Foto: Pexels/Tobi & Chris

Von fil

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