Beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien kommen 100.000 Mehrwegbecher aus 100 Prozent chemisch erzeugtem Rezyklat zum Einsatz. ARA, OMV, Borouge International und Greiner Packaging wollen damit einen geschlossenen Kunststoffkreislauf aus Österreich sichtbar machen. Nach Angaben der Projektpartner werden dadurch rund fünf Tonnen neu gewonnene Rohstoffe eingespart. Die Becher werden als Limited Edition im ESC-Design bei der Hauptveranstaltung und offiziellen Side-Events in Wien eingesetzt. Sie sollen zur Umsetzung des ESC als Green Event beitragen.

Die Mehrwegbecher bestehen aus Rezyklat. Foto: ARA / Daniel Willinger
Fotograf:in: ARA / Daniel Willinger

Das Projekt ist als „Austrian Closed Loop“ angelegt. Sammlung, Sortierung, Aufbereitung, chemisches Recycling, Weiterverarbeitung und Herstellung erfolgen in Österreich. Das Material wird in der Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich getrennt und anschließend mit dem ARA-Verfahren UPCYCLE zu Kunststoff-Flakes aufbereitet. In der ReOil-Anlage der OMV entsteht daraus Pyrolyseöl. Dieses wird zu zirkulärem Propylen weiterverarbeitet. Borouge International produziert daraus Kunststoffgranulat, Greiner Packaging stellt daraus die Mehrwegbecher her.

Lebensmittelkontakt durch chemisches Recycling

Nach Angaben der Unternehmen erreicht das Granulat die Qualität von Primärrohstoffen und ist für Lebensmittelkontakt geeignet. Der Recyclinganteil wird entlang der Wertschöpfungskette über einen extern auditierten Massenbilanzansatz nach ISCC PLUS zugerechnet.

Damit zeigt das Projekt eine mögliche Anwendung für Kunststofffraktionen, die bisher oft nicht hochwertig recycelt werden konnten. Dazu zählen kleine oder gemischte Sortierreste, die laut ARA früher häufig thermisch verwertet wurden.

Mehrweg und Weiterverwendung

Die Becher sollen Einwegprodukte vermeiden und nach dem ESC weiter genutzt werden. Beschädigte oder abgenutzte Becher werden recycelt. Wiederverwendbare Becher, die nicht als Souvenir mitgenommen werden, sollen an soziale Einrichtungen gespendet werden.

Ein aufgedruckter QR-Code führt zum digitalen Recycling-Guide DigiDot der ARA. Er informiert in 25 Sprachen über richtige Abfalltrennung und zeigt Sammelstellen in der Umgebung an.

Signalwirkung für Großveranstaltungen

Mit den ESC-Mehrwegbechern wird Kreislaufwirtschaft bei einem internationalen Großevent praktisch sichtbar. Das Projekt verbindet Mehrweg, Recyclingkunststoff, kurze Produktionswege und Besucherinformation. Entscheidend für die Bewertung bleibt, wie gut Rückgabe, Wiederverwendung und erneutes Recycling im Eventbetrieb funktionieren.

Bild oben: Bei der Vorstellung der Becher: (v.l.): Shanila Baseley (Vice President Sales bei Borealis, Teil von Borouge International), Michael Krön (Executive Producer Eurovision Song Contest 2026), Harald Hauke (ARA Vorstandssprecher) und Beatrix Praeceptor (Greiner Packaging CEO). 
Fotograf:in: ORF / Roman Zach-Kiesling

Von fil