Reju hat eine Förderung von 135 Millionen Euro aus dem niederländischen NIKI-Programm erhalten. Das Geld soll in einen geplanten Regeneration Hub im Chemelot Industrial Park in Sittard-Geleen fließen und dort Investitionsphase und Betrieb absichern.
Reju hat nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur finalen Investitionsentscheidung für einen industriellen Recyclingstandort in den Niederlanden erreicht. Wie das Unternehmen mitteilte, erhält es 135 Millionen Euro aus dem niederländischen Förderprogramm „Nationale Investeringsregeling Klimaatprojecten Industrie“ (NIKI). Die Mittel sind für den geplanten Regeneration Hub im Chemelot Industrial Park in Sittard-Geleen vorgesehen.
Förderung für Investition und Betrieb
Nach Angaben von Reju soll die Förderung sowohl die Investitionsphase als auch den anschließenden Betrieb der Anlage absichern. Das Unternehmen wertet die Zusage als wichtigen Meilenstein für den geplanten Aufbau industrieller Kapazitäten zur Textilregeneration. Das niederländische NIKI-Programm dient der Förderung von Klimaprojekten in der Industrie und soll industrielle Dekarbonisierung sowie Kreislaufwirtschaft im großen Maßstab voranbringen. Reju ordnet sein Projekt in diesen Zusammenhang ein.
Textil-zu-Textil-Recycling für polyesterhaltige Materialien
Im Chemelot Industrial Park will Reju ein Textil-zu-Textil-Verfahren ausbauen, das schwer recycelbare, polyesterhaltige Materialien in zirkuläre Zwischenprodukte für die Polyesterproduktion umwandelt. Ziel ist es, textile Reststoffe von Deponien und Verbrennungsanlagen fernzuhalten und wieder in die textile Wertschöpfungskette zurückzuführen.
Der geplante Hub soll Alttextilien verarbeiten, die sonst im Abfallstrom landen würden. Aus ihnen soll Reju Polyester entstehen, das laut Unternehmen rund 50 Prozent geringere CO₂-Emissionen verursacht als neu produziertes Polyester. Das Material soll anschließend wieder in die nachgelagerte Lieferkette eingebracht und zu Garnen und Stoffen für den Endverbrauch weiterverarbeitet werden.
Fokus auf Integration und Nachverfolgbarkeit
Nach Angaben des Unternehmens liegt ein Schwerpunkt des Projekts auf industrieller Integration, einer effizienten Nutzung von Energie und Ressourcen sowie auf vollständig nachvollziehbaren zirkulären Lieferketten. Auf diese Weise soll der Einsatz fossiler Primärrohstoffe so weit wie möglich reduziert werden.
Chemelot als Industriestandort ausgewählt
Als Grund für die Standortwahl nennt Reju das bestehende industrielle Ökosystem im Chemelot Industrial Park. Hinzu kommen gemeinsam nutzbare Versorgungs- und Logistikinfrastrukturen sowie die Nähe zu Innovations- und Forschungseinrichtungen. Diese Bedingungen sollen nach Unternehmensangaben einen effizienten Anlauf und einen verlässlichen Betrieb ermöglichen. Zugleich sieht Reju darin eine Grundlage, das Modell künftig auch auf weitere Standorte zu übertragen.
Bild oben: Beispielhafte Darstellung eines Reju Regeneration Hub. Foto: Reju
