Wilo hat am Standort Hof ein neues Energiekonzept offiziell eingeweiht. Das Werk des Wassertechnologiekonzerns wird künftig vollständig mit Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt. Kern des Konzepts ist die Kombination aus Biogaswärme und einer Hackschnitzelheizung. Zusätzlich stammen nach Unternehmensangaben rund 60 Prozent des Strombedarfs am Standort aus erneuerbaren Energien.

Mit dem Projekt will Wilo die CO₂-Emissionen des Werks deutlich senken. Nach Angaben des Unternehmens werden jährlich rund 1.600 Tonnen CO₂ eingespart. Der bisherige Heizölbedarf von etwa 179.000 Litern pro Jahr entfällt vollständig. Die ausgewiesene Einsparung basiert laut Wilo auf einer Machbarkeitsstudie für den Zeitraum 2019 bis 2022 und vergleicht die heutige Versorgung mit einer konventionellen fossilen Energieversorgung.
Biogas und Hackschnitzel
Für die Umsetzung arbeitet Wilo mit zwei landwirtschaftlichen Betrieben aus der direkten Nachbarschaft zusammen. Eine Biogasanlage im Südwesten des Werks wird mit Gülle betrieben und liefert Wärme. Ergänzend nutzt eine Hackschnitzelheizung auf einem nördlich gelegenen Hof Holzreste aus der Wilo-Produktion. Diese werden zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet. Jährlich fallen dafür rund 300 Tonnen an. Der Startschuss für das Projekt fiel 2023. Seitdem entstanden unter anderem eine rund 1,3 Kilometer lange Fernwärmetrasse sowie neue Infrastruktur für die Stromversorgung. Auch in der Produktions- und Gebäudetechnik waren umfangreiche Anpassungen notwendig.
Das Projekt soll außerdem helfen, die Emissionen aus Scope 1 und Scope 2 weiter zu reduzieren. Dazu zählen direkte Emissionen des Unternehmens sowie Emissionen aus zugekaufter Energie. Wilo-Chef Oliver Hermes sagte bei der Einweihung: „Nachhaltige Transformation gelingt nur, wenn ökologische Verantwortung, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und technologische Innovationskraft konsequent zusammengedacht werden.“
Bild oben: Für das Projekt kooperiert Wilo eng mit zwei landwirtschaftlichen Betrieben aus der direkten Nachbarschaft. Bild: Tim Schnabel, Goldgrube
